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Cyber Deck Podcast #3: Neue Karten und Organized Play

WeirdCo hat die dritte Folge des hauseigenen Podcasts Cyber Deck veröffentlicht – und die hatte es in sich. Hosts Pavo und Bersera waren gerade erst aus Seattle zurück, wo das gesamte Team zum ersten Mal physisch zusammenkam. Dort feierte man den Kickstarter-Launch mit zwei Livestreams: einem zur Vorstellung von Artwork, Gamedesign und Organized Play, einem zweiten als große Feier mit dem Team. Der Zähler stand zum Zeitpunkt der Aufnahme bei 12,4 Millionen Dollar. Für ein Trading Card Game auf Kickstarter ist das historisch.

Bersera berichtete, dass er vor Ort sogar playtesten konnte – eine Erfahrung, um die ihn Pavo nach eigener Aussage beneidete. Das Team hatte bei dem Treffen in Seattle Karten an die Wand gehängt, an denen Mitarbeiter per Post-its Feedback hinterlassen konnten. Für ein vollständig remote arbeitendes, global verteiltes Team war das eine seltene Gelegenheit zur direkten Zusammenarbeit.

Organized Play: Vom Spieleladen bis zur Weltmeisterschaft

Erstmals zeigte WeirdCo eine Übersichtsgrafik zum geplanten Organized-Play-System. Die Struktur beginnt bei Demo- und Pre-Release-Events auf lokaler Ebene und skaliert über regionale Turniere bis hin zu Weltmeisterschaften. Organized-Play-Manager Nick stellte das Konzept im begleitenden Livestream vor und erntete großes Lob von beiden Hosts.

Besonders wichtig war beiden die Zugänglichkeit: TCG-Neulinge sollen sich in lokalen Spieleläden willkommen fühlen, ohne gleich gegen eingespielte Veteranen antreten zu müssen. Bersera betonte, dass ein frühzeitiges OP-Programm für kompetitive Spieler entscheidend sei – es signalisiere, dass das Spiel langfristig eine ernstzunehmende Turnierszene aufbauen will. Details zum Judge-Programm und weiteren OP-Features hält WeirdCo noch zurück, deutete aber an, dass es sich lohne zu warten.

Alt Cunningham – Die Netrunner-Legende

Die erste vorgestellte Karte war Alt Cunningham, die legendäre Netrunner und Erschafferin des Soulkiller-Programms. Als Iconic Rare kostet sie sechs, bringt vier Power und besitzt Go Solo. Ihre Fähigkeit dreht sich um genau das Thema, das Alt im Lore definiert: Wenn sie einen Gig stiehlt, darf man sie aus dem Spiel entfernen und dafür ein beliebiges Programm aus dem Trash kostenlos spielen.

Auf den ersten Blick wirkt ein 6/4-Body unterdimensioniert. Pavo und Bersera argumentierten jedoch, dass gerade die vier Power ausreichen können, um an Blockern vorbeizukommen und den Gig-Steal auszulösen. Der eigentliche Wert der Karte liegt in der Fähigkeit: Wer es schafft, ein teures Programm vorher in den Trash zu befördern – etwa über Yorinobu Arasakas Discard-Effekt – kann mit Alt einen massiven Tempo-Swing erzeugen.

Die Iconic-Rare-Variante stammt von Pandart und zeigt Alt als digitales Engram im Netz. Pavo merkte an, dass es auch eine Base-Rarity-Version mit anderem Artwork geben wird – beide Hosts bekannten sich als Fans der schlichteren Base-Varianten.

V Street Kid – Defeated als neues Keyword

V Street Kid erscheint in männlicher und weiblicher Variante. Beide kosten vier, haben drei Power und sind rote Merc-Legenden mit Go Solo. Das Besondere: Hier wurde erstmals das Keyword Defeated vorgestellt. Wird V besiegt, wandern die obersten drei Karten des Decks in den Trash. Anschließend darf man ein Brain-Dance-Programm daraus auf die Hand nehmen.

Das eröffnet eine interessante taktische Dimension: Manchmal lohnt es sich, V bewusst in einen aussichtslosen Kampf zu schicken, um den Defeated-Trigger zu aktivieren und ein wichtiges Programm zurückzuholen. Die männliche Version zeigt V mit gezückter Waffe, die weibliche – ebenfalls von Pandart – mit ausgefahrener Mantisklinge im Sprung.

Auf die unvermeidliche Frage nach Nomad-V antwortete das Team im Livestream mit einem vielsagenden Augenzwinkern. Pavo bestätigte, dass man sich aller Lebenswege bewusst sei und Spieler langfristig viele verschiedene V-Versionen erwarten dürften – schließlich sei V der eigene Charakter jedes Spielers.

Placide – Rohe Gewalt aus Pacifica

Der Voodoo-Boys-Hacker aus dem Pacifica-Questbogen kommt als imposante 8/10-Einheit. Seine Fähigkeit beim Angriff: ein Programm von der Hand abwerfen, um eine gegnerische Einheit ans Ende des Decks zu verfrachten. Zehn Power bedeuten direkten Druck auf zwei Gigs gleichzeitig, und das Abwerfen eines Programms füttert Synergien mit Alt Cunningham und anderen Trash-basierten Strategien.

Bersera hob hervor, dass sich in den blauen Karten ein kontrollorientiertes Spielmuster abzeichne – Karten, die auf clevere Synergien setzen statt auf rohe Aggression. Placide passe in dieses Schema: Er entfernt Bedrohungen, ohne sie zu zerstören, und der Gegner bekommt die Einheit irgendwann zurück – muss sie aber erneut ausspielen und bezahlen.

Cyber Psychosis – Quick Hacks betreten die Bühne

Die wohl meistdiskutierte Enthüllung der Episode: Cyber Psychosis ist die erste vorgestellte Quick-Hack-Karte. Gelb, zwei Kosten, drei RAM. Der Effekt: einer ausgerüsteten Einheit +2 Power pro ausgerüstetem Gear geben – die Einheit wird am Ende des Zuges allerdings besiegt.

Der Clou liegt in der Spielbarkeit während der Angriffsphase. Man kann Cyber Psychosis auch dann ausspielen, wenn eine Einheit angreift – vorausgesetzt, man opfert eine eigene Einheit oder aufgedeckte Legende als zusätzliche Kosten. Effektiv zahlt man also nur eine Ressource extra, um die Karte reaktiv einsetzen zu können.

Bersera berichtete aus eigener Playtest-Erfahrung: In einem Deck, das darauf ausgelegt war, möglichst viel Gear auf einzelne Einheiten zu stapeln, sorgte Cyber Psychosis im Lategame für brutale Swings. Aber die Karte hat noch eine zweite Seite: Man kann sie auch auf gegnerische Einheiten spielen. Eine feindliche Einheit mit auch nur einem Stück Gear – etwa Mantis Blades oder Kiroshi-Optiken – bekommt den temporären Buff und wird am Zugende besiegt. Günstige Removal mit Stil.

Das Artwork von Miho zeigt Blutspritzer auf einer Art Linse – passend zum Thema des Kontrollverlusts durch zu viele Cyberware-Implantate. Pavo betonte, dass Quick Hacks genau die Interaktivität ins Spiel bringen, die sich viele Spieler nach der Alpha-Kit-Erfahrung gewünscht hätten.

Brain Dance als Archetyp

Über die einzelnen Karten hinaus zeichnet sich ein größeres Bild ab: V Street Kid holt Brain-Dance-Programme zurück, Alt Cunningham spielt Programme aus dem Trash, und die bereits enthüllte Evelyn Parker hilft beim Finden von Brain-Dance-Karten. Pavo wies explizit auf die Möglichkeit eines blau-roten Brain-Dance-Decks hin. Ob das ein vollwertiger Archetyp wird, bleibt abzuwarten – aber die Puzzleteile liegen auf dem Tisch.

Community-Feedback und Rebecca

WeirdCo reagierte während der laufenden Kampagne auf Kritik aus der Community: Das Rebecca Legend Pack, ursprünglich höheren Pledge-Stufen vorbehalten, wurde für alle Backer verfügbar gemacht. Pavo beschrieb den Moment als echten Team-Effort – man habe zugehört, Feedback aufgenommen und schnell gehandelt. Bersera bestätigte, dass das gesamte Team alle Kommentare auf Kickstarter und Discord lese und intern bespreche.

Weitere Art Reveals laufen bereits: Sketchy Ripper von Miko Jan schlug in der Community ein, und Nadia aus den Cyberpunk-Comics stand als nächste Enthüllung an. Pavo schwärmte vom Artwork – es basiere auf einem der Comic-Cover mit weiß-rotem Farbschema und gehöre zu seinen persönlichen Favoriten im gesamten Spiel.

PAX East und der Blick nach vorn

Zum Zeitpunkt der Aufnahme stand die PAX East unmittelbar bevor. WeirdCo ist mit einem Demo-Stand vertreten – die erste Gelegenheit für die breite Öffentlichkeit, das Spiel selbst auszuprobieren. Pavo lud alle Anwesenden ein, vorbeizuschauen und Feedback zu geben. Das Gameplay-Team stelle gezielt Fragen: Was hat funktioniert, was nicht, welche Karte war der Favorit?

Auf der Kickstarter-Seite stehen außerdem Print-and-Play-Decks bereit. Wer keinen Zugang zu Demo-Decks hat, kann sich die Alpha-Decks ausdrucken und im lokalen Spieleladen ausprobieren – idealerweise gleich dem Ladenbesitzer zeigen, um Interesse am späteren Retail-Release zu signalisieren.

Beide Hosts schlossen mit einem Ausblick: Weitere Add-ons und Bundles seien während der Kampagne möglich, und man plane, Mitglieder des Game-Design- und Creative-Teams in zukünftigen Podcast-Folgen zu Wort kommen zu lassen. Die Reise, so der Tenor, habe gerade erst begonnen.

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