Deckjack: Unsere Sammler-App mit Euro-Preisen
Wer ein Cyberdeck hat, jackt sich ins Netz. Wer ein Kartendeck hat, braucht dafür bislang ziemlich viele Browser-Tabs. Genau daraus ist Deckjack entstanden: Kartendeck plus Jack-in plus Cyberdeck, als Logo ein blinkender Terminal-Prompt, >_ deckjack. Dahinter steckt eine kostenlose, inoffizielle Fan-App für Sammler des Cyberpunk TCG, mit Katalog, Sammlungsverwaltung, täglichen Cardmarket-Preisen in Euro und Preisalarmen an einem Ort.
Gleich vorweg, Deckjack kommt von uns, also von den Machern von cyberpunk-tcg-news.de. Wir stellen hier unser eigenes Projekt vor und sagen das lieber im ersten Absatz als in einer Fußnote. Gestaltet ist die App im Look dieser Seite, dunkel, mit Magenta und Cyan. Wer hier öfter liest, fühlt sich also sofort zu Hause.
Zum Stand der Dinge: Die Alpha läuft bereits im Browser, die Anmeldung erfolgt per Google. Die Release-Version ist unter deckjack.pixel-by-design.de live. Ein Datum nennen wir bewusst nicht. Fertig ist, wenn es fertig ist.
Warum gerade jetzt: Cardmarket hat das Licht angeknipst
Eine Preis-App ohne Preise ist ein hübscher Bildschirmschoner. Lange war genau das das Problem für europäische Sammler. Am 12. August 2026 hat Cardmarket dann angekündigt, Cyberpunk TCG Anfang September aufzunehmen, und zwar mit Einzelkarten, Sealed-Produkten und allem dazwischen. Der offizielle Blog des Spiels meldete am selben Tag, Cardmarket habe vollen Support für das Cyberpunk TCG zum Release angekündigt.
Inzwischen hat das Spiel dort eine eigene Sektion mit eigenen Expansions, etwa Welcome to Night City (Beta), Embracing Power (Beta Starter Deck) und The Heist (Beta Starter Deck). Für uns hieß das: Endlich gibt es eine europäische Preisquelle in Euro, auf die sich ein Werkzeug für den eigenen Sammlungswert stützen kann. Deckjack holt sich die Preise täglich von Cardmarket, als Basis dient der Trendpreis.
Eine Lücke gibt es noch, und die gehört ehrlich auf den Tisch. Für Retail-Karten zeigt Deckjack im Moment keine Preise an, weil Cardmarket sie bisher nicht einzeln handelt (Stand Alpha, 2026-10-04). Sobald Cardmarket sie führt, erscheinen die Preise in der App automatisch. Niemand muss dafür etwas nachpflegen, die App zieht einfach nach, sobald der Markt da ist.
Die Ausrichtung ist damit klar europäisch: Euro, Cardmarket, Preise, wie sie hier tatsächlich gezahlt werden. US-Preise von TCGplayer stehen auf der Liste, sind aber erst geplant.
Katalog und Kartendetail: erst mal stöbern
Der Einstieg ist der Katalog. In der Alpha listet er 733 Druckvarianten (Stand Alpha, 2026-10-04). Druckvarianten heißt: Foil und Normal laufen als getrennte Drucke, jeweils mit eigenem Preis. Das klingt nach Buchhaltung, macht aber den Unterschied, sobald eine Foil-Version deutlich mehr kostet als ihr nicht glänzender Zwilling.
Gefiltert wird nach allem, was beim Sortieren am Küchentisch auch zählt: Besitz (Alle, Habe, Fehlt), Set, Seltenheit, Kartentyp, Fraktion und Variante, also Foil oder Normal (Stand Alpha, 2026-10-04). Der Filter Fehlt ist dabei unser heimlicher Liebling. Ein Klick, und man sieht die Lücken im Binder statt der Karten, die man ohnehin schon dreifach hat.
Tippt man eine Karte an, landet man im Kartendetail. Dort stehen Bild, Seltenheit und der aktuelle Preis, dazu der Hinweis, dass die Preise von Cardmarket kommen, samt Datum des Stands. Darunter liegt ein Graph mit dem Preisverlauf der letzten 30 Tage (Stand Alpha, 2026-10-04). Der Graph beantwortet in einer Sekunde die Frage, die man sonst mühsam zusammensucht: Ist die Karte gerade im Höhenflug, oder war das ein einzelner Ausreißer?
Kartendaten und Kartenbilder stammen aus der offiziellen Cyberpunk-TCG-Kartendatenbank. Wir erfinden da nichts, wir bereiten auf.
Die eigene Sammlung erfassen
Ein Katalog ist nett. Spannend wird es mit der eigenen Sammlung. Karten landen dort auf zwei Wegen: per Suche und Antippen oder per CSV-Import. Wer seine Bestände bisher in einer Tabelle gepflegt hat, muss also nicht bei null anfangen.
Im Katalog öffnet das Plus den Dialog Zur Sammlung hinzufügen. Voreingestellt ist der Zustand Near Mint, dazu kommen Sprache und Menge (Stand Alpha, 2026-10-04). Insgesamt lassen sich pro Exemplar Zustand, Sprache, Foil, Menge, Einkaufspreis und eine Notiz festhalten. Gerade die beiden letzten Felder sind praktischer, als sie aussehen. Den Einkaufspreis braucht man, um später zu sehen, was die Sammlung gekostet hat und was sie heute wert ist. Und die Notiz ist der Platz für alles, was sonst auf Post-its am Monitor klebt: Tausch zugesagt, signiert, aus dem Pack vom Release-Abend.
Weil jedes Exemplar seine eigenen Angaben hat, ist Deckjack mehr als eine Kartenliste. Zwei Kopien derselben Karte in unterschiedlichem Zustand sind zwei verschiedene Einträge, und so sollen sie auch bewertet werden.
Wer Sets komplettieren will, bekommt Set-Checklisten. Sie zeigen, welche Karten eines Sets noch fehlen. In der Alpha umfasst die Übersicht 17 Sets (Stand Alpha, 2026-10-04). Wer mit Beta- und Retail-Drucken jongliert, hat hier und im Filter Fehlt den schnellsten Überblick darüber, wo der Binder noch Löcher hat.
Was die Sammlung wert ist
Jetzt der Teil, für den wir die App eigentlich gebaut haben. Preise nachschlagen kann man auch direkt auf Cardmarket. Der Mehrwert von Deckjack liegt in der Verkettung: Die App rechnet die Tagespreise auf die eigenen Exemplare um, berücksichtigt dabei den Zustand und schaut jeden Tag neu nach.
Das Ergebnis landet im Dashboard. Dort steht der Wert der Sammlung mit einer Kurve über 30 Tage, dazu die Bewegung der Woche und der Fortschritt in den einzelnen Sets. Im Portfolio sieht man den Gesamtwert mit Verlaufsgraph. Das ist der Moment, in dem aus einem Stapel Karten plötzlich eine Zahl in Euro wird. Manchmal eine erfreuliche, manchmal eine, die man der Familie besser nicht zeigt.
Wie gerechnet wird, lässt sich einstellen. Als Preisbasis stehen Trend, Durchschnitt über 7 Tage und Durchschnitt über 30 Tage zur Wahl (Stand Alpha, 2026-10-04). Das sind genau die Kennzahlen, die Cardmarket selbst ausweist. Wer kurzfristige Ausschläge glätten will, nimmt einen der Durchschnitte, wer das aktuelle Bild sehen will, bleibt beim Trendpreis.
Dazu kommen Zustandsabschläge als Faktor. Die Standardwerte in der Alpha: Mint 1,00, Near Mint 1,00, Excellent 0,90, Good 0,75, Light Played 0,60, Played 0,45 und Poor 0,25 (Stand Alpha, 2026-10-04). Eine Karte in Played zählt also mit knapp der Hälfte des Basispreises. Ob diese Abschläge zur eigenen Erfahrung am Tauschtisch passen, entscheidet jeder selbst.
Eine Einschränkung gehört dazu: Gibt es für eine Foil-Karte noch keinen eigenen Foil-Preis, wird sie mit dem Normalpreis bewertet (Stand Alpha, 2026-10-04). Der Sammlungswert ist in diesem Fall eher vorsichtig gerechnet als geschönt.
Wunschliste und Preisalarme
Das Gegenstück zur Sammlung ist die Wunschliste. Dort kommen die Karten hin, die noch fehlen, jeweils mit einem Zielpreis. Ab welchem Betrag schlägt man zu? Das legt man einmal fest und muss danach nicht mehr täglich selbst nachsehen.
Das Nachsehen übernehmen die Preisalarme. Sie arbeiten auf zwei Ebenen. Zum einen erkennt Deckjack starke Preissprünge automatisch. Zum anderen lassen sich eigene Regeln anlegen. Die Meldung kommt als Push-Nachricht oder per E-Mail.
Ein Detail, auf das wir ziemlich stolz sind: Pro Karte gibt es höchstens eine Meldung am Tag. Wer schon einmal eine App hatte, die bei jedem Zucken des Marktes das Handy vibrieren lässt, weiß, warum. Ein Alarm, der ständig schrillt, wird irgendwann stummgeschaltet und ist dann genau dann still, wenn es drauf ankommt. Die Drossel sorgt dafür, dass eine Meldung von Deckjack etwas bedeutet.
Zusammen mit dem täglichen Preisabruf ergibt das den Kreislauf, um den sich die App dreht. Karten erfassen, Preise kommen jeden Tag automatisch, der Wert wird mitgerechnet, und wenn sich bei einer Karte auf der Wunschliste oder in der Sammlung etwas Größeres tut, gibt es Bescheid.
Konto, Sync und die eigenen Daten
Deckjack läuft mit einem Konto, das die Sammlung zwischen Geräten synchronisiert. Am Rechner erfassen, auf dem Handy beim Händler nachschauen, so ist das gedacht. Die App funktioniert auch offline. Änderungen ohne Verbindung werden später abgeglichen, sobald das Netz wieder da ist. Im Keller einer Spielhalle mit null Balken Empfang ist das kein Detail.
Wichtig war uns, dass niemand eingesperrt wird. Alle eigenen Daten lassen sich als CSV oder JSON exportieren, und das Konto kann jederzeit selbst gelöscht werden. CSV rein, CSV oder JSON raus: Wer Deckjack ausprobiert und dann doch lieber bei seiner Tabelle bleibt, nimmt seine Sammlung einfach mit. Ich find, so sollte das bei jedem Fan-Tool laufen.
Die Oberfläche gibt es auf Deutsch und Englisch. Umgeschaltet wird zwischen System, Deutsch und English (Stand Alpha, 2026-10-04). Und weil eine Alpha eben eine Alpha ist, steht auf jeder Seite ein kleiner Käfer mit der Funktion Fehler melden, auf Wunsch mit Screenshot. Das ist die direkteste Leitung zu uns. Jede Meldung landet bei den Leuten, die den Code schreiben.
Zum Geschäftsmodell gibt es wenig zu erzählen, und das ist Absicht. Deckjack ist kostenlos, zeigt keine Werbung, hat keine Bezahlfunktionen und verkauft keine Daten.
Plattformen: heute Browser, später mehr
Aktuell läuft Deckjack als Web-App im Browser, im Status Alpha. Eine Android-App gibt es bereits als installierbare Testversion. Versionen in den App-Stores für Android und iOS sowie eine Desktop-Version folgen später.
Was geplant ist
Ab hier geht es um Pläne, nicht um Funktionen, die heute schon in der App stecken. Termine gibt es dafür keine, die Reihenfolge ist offen.
Geplant ist ein Kamera-Scan zum Erfassen von Karten, damit das Eintippen bei großen Beständen wegfällt. Ebenfalls geplant ist die Übernahme der eigenen Sammlung von Cardmarket und eine Massenerfassung direkt über die Set-Checklisten. Wer ein Display aufreißt, soll dann nicht jede Karte einzeln anfassen müssen.
Der größte Brocken auf der Liste ist ein Deckbau mit Regelprüfung, der anzeigt, welche Karten für ein Deck noch fehlen. Damit würde Deckjack Sammlung und Spiel verbinden. Man baut ein Deck, die App gleicht es mit dem eigenen Bestand ab und zeigt die Lücken, die man dann direkt auf die Wunschliste setzen kann.
Dazu kommen ein öffentliches Sammlerprofil und geteilte Binder, eine öffentliche Schnittstelle (API) sowie US-Preise von TCGplayer und weitere Preisquellen. Ein Punkt betrifft auch alle, die die App gar nicht nutzen: Geplant sind ein Preis-Widget und Top-Mover für cyberpunk-tcg-news.de. Die Preisdaten aus Deckjack würden dann auch hier auf der Seite auftauchen.
Die Richtung ist damit klar, vom Preis-Tracker hin zu einem Werkzeug für Sammler und Spieler. Wie schnell das geht, hängt auch davon ab, was ihr über den Käfer-Knopf zurückmeldet.
Ein Tool mehr in der Szene
Die Fan-Szene rund um das Cyberpunk TCG ist schon jetzt erstaunlich aktiv, einen Überblick gibt unser Artikel über neun Fan-Tools ein Jahr vor Retail. Deckbuilder und Tracker gibt es dort bereits. Deckjack setzt seinen Schwerpunkt auf Euro-Preise von Cardmarket und auf Alarme, die sich um die eigene Sammlung kümmern.
Die Alpha läuft im Browser mit Anmeldung per Google, die Release-Version ist unter deckjack.pixel-by-design.de live.
Bildnachweis: Screenshots eigene Aufnahme der Deckjack-Alpha, 2026-10-04; Kartenbilder © CD PROJEKT S.A. (offizielle Kartendatenbank).
Quellen: Angaben des Deckjack-Teams; Cardmarket News, Ankündigung vom 12.08.2026; Offizieller Cyberpunk-TCG-Blog: Cardmarket Announcement
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