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FREITAG · 18.09.2026
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Cyberpunk TCG: All is Lost macht den Trash zur Waffe

Cyberpunk TCG - Kartenrender All is Lost, Program aus Welcome to Night City, Illustration von Fabrizio De Tommaso (Quelle: cyberpunktcg.com)
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$Dieser Artikel wurde mit KI-Unterstützung aus mehreren Quellen zusammengestellt und vor der Veröffentlichung redaktionell geprüft. → Mehr Infos

Manche Karten brüllen dich an. Andere legen leise fest, nach welchen Regeln der Rest des Spiels läuft. All is Lost ist so eine aus der zweiten Kategorie. WeirdCo hat sie am Wochenende gezeigt, sie kostet einen einzigen Eddie, und das Erste, was sie tut: drei Karten aus eurem eigenen Deck in den Müll kippen.

Ich hab erst mal mit den Schultern gezuckt, ganz ehrlich. Common, ein Eddie, anderthalb Zeilen Kartentext. Dann bin ich in die offizielle Kartendatenbank gegangen, wollte wissen, was sonst noch alles am Trash hängt, und auf einmal sah die Karte ganz anders aus.

Was da wirklich steht

Der offizielle Regeltext ist so kurz, dass er komplett hier reinpasst:

Trash 3. Add a Unit from among them to your hand.

Der Knackpunkt ist, was „Trash“ im Regelwerk überhaupt heißt. Im Deutschen klingt das Wort sofort nach Handkarten abwerfen, ist es aber nicht. Das offizielle Glossar definiert den Begriff als „to put the top card of your deck into your trash area“, und steht eine Zahl dabei, eben entsprechend viele. Ihr fräst euch also durch euer eigenes Deck, seht dabei drei Karten und dürft eine Unit davon auf die Hand nehmen.

Der Rest vom Steckbrief: Program, Tag Zetatech, Kosten 1 €$, RAM 2 in Rot, Rarität Common, Nummer 027 im Set Welcome to Night City. Illustriert hat sie Fabrizio De Tommaso, der schon Cover für die Cyberpunk-Comics gemalt hat. Zu sehen: zwei Hände, die sich im Straßenmüll aneinander festhalten, ein verchromter Unterarm, Blut, rot lackierte Fingernägel, daneben ein Pappbecher und eine zerdrückte Dose. Kein Gesicht, keine wiedererkennbare Szene aus dem Videospiel. Bei dem Kartennamen finde ich genau das richtig.

Der Müllberg ist ein Lager

Auf der Gen Con hat WeirdCo vor ein paar Tagen The Relic: Experimental Biochip enthüllt. Und deren Text ist der Grund, warum ich bei All is Lost hängen geblieben bin:

{Defeated} Play another Unit with cost 9 or less from your trash for free. Then, bottom-deck this Unit.

Ein Gear für fünf Eddies, Rarität Epic. Stirbt die ausgerüstete Unit, stellt ihr euch gratis eine Unit bis Kosten 9 aus dem Trash aufs Feld. Und wie kriegt man einen 9er-Brocken möglichst früh in den Trash, ohne ihn vorher teuer zu bezahlen? Eben.

All is Lost ist der Zubringer. Ein Eddie, drei Karten fallen um, im guten Fall liegt danach was Fettes im Müll und eine zweite Unit wandert obendrein auf eure Hand. Diese Verbindung muss einem kein Mensch erklären, die springt einen beim Lesen an.

Dazu kommt Live with the Aftermath, ebenfalls Common, drei Eddies, Regeltext: „Each player defeats one of their Units.“ Klingt auf dem Papier symmetrisch. In einem Deck mit Trash-Auszahlung ist eure tote Unit aber ein Rohstoff, die des Gegners einfach nur tot. Solche stillen Asymmetrien mag ich in Kartenspielen deutlich lieber als Karten, die auf zwei Zeilen erklären, wie stark sie sind.

Was der Spaß kostet

Jetzt der Haken, und der ist echt. Das Regelwerk kennt Deck-Out, und es formuliert die Sache gnadenlos: Wer ziehen muss und kein Deck mehr hat, verliert augenblicklich, der Rivale gewinnt.

Kurz nachgerechnet: Ein Deck umfasst 40 bis 50 Karten, die drei Legends zählen nicht mit. Ihr startet mit sechs Karten auf der Hand (einmal Mulligan ist erlaubt) und zieht danach eine pro Zug. Die Overtime beginnt nach dem siebten Zug des letzten Spielers. Mit einem Deck an der Untergrenze seid ihr bis dahin also schon dreizehn Karten los. Drei Kopien All is Lost, mehr erlaubt der Deckbau nicht, fressen weitere neun. Über die Hälfte eures Decks ist weg, bevor die Partie überhaupt in die Verlängerung geht.

Tödlich ist das nicht, das Spiel endet ja vorher. Es heißt aber: Ein Deck, das den eigenen Müllberg zur Ressource erklärt, hat ein hartes Zeitlimit eingebaut. Wer in Zug zehn immer noch nach dem Biochip sucht, spielt gegen die eigene Bibliothek statt gegen den Gegner. Mir sind Karten lieber, die eine Entscheidung erzwingen, statt einfach Wert abzuwerfen. Ob die Rechnung am Turniertisch aufgeht, steht auf einem völlig anderen Blatt.

Fürs Beta Event zählt vor allem die Rarität

Für alle, die im September in den Laden gehen, hängt am Wort „Common“ mehr als an jedem Regeltext. Beim Beta Event wird versiegelt gespielt: sechs Booster, drei zufällige Legends, daraus baut ihr euer Deck. Keine Sammlung, keine Vorbereitung, kein Tuning.

All is Lost ist Common, The Relic ist Epic. Heißt im Klartext: Den Zubringer öffnet ihr regelmäßig, die Auszahlung so gut wie nie. Wer die Karte im Sealed zieht, hält also keinen Kombobaustein in der Hand, sondern ein billiges Werkzeug, um an eine Unit zu kommen und nebenbei die eigene Deckoberkante zu sortieren. Völlig brauchbar, klar. Nur eben was ganz anderes als das, was die Karte im gebauten Deck später mal leisten soll.

Beim Durchklicken der Datenbank ist mir noch eine Kleinigkeit aufgefallen. Bei Cyberpsychosis steht im offiziellen Regeltext „for each if its equipped Gears“. Da ist aus einem „of“ ein „if“ geworden, und der Tippfehler hat es bis in die veröffentlichte Datenbank geschafft. Halb so wild, sicher. Aber bei einem Spiel, das seine kompletten Regeln über Kartentext transportiert, hätte ich schon gern jemanden, der zweimal drüberliest.

Wann das Ding hier ankommt

Die Termine für den deutschsprachigen Raum haben sich nicht verschoben. Die Beta Events in den Läden laufen vom 10. bis 17. September, ausgeliefert wird über Luminous Cards aus Gera. Auf der Spiel in Essen steht das Spiel vom 22. bis 25. Oktober, und der reguläre Handelsstart ist der 6. November.

Preislich wird All is Lost hier nie ein Thema, dafür sorgt die Rarität schon. Spannender finde ich, ob im deutschsprachigen Singles-Markt überhaupt jemand die Mühe macht, Commons einzeln zu listen, bevor die ersten belastbaren Turnierlisten existieren. Meine Vermutung: eher nicht. Wer im September ein Trash-Deck bauen will, tauscht am Ladentisch oder wartet.

Heute Abend gegen 18 Uhr geht übrigens der erste Community-Reveal des Monats live, Snapquester zeigt zwei Karten. Falls WeirdCo den Trash-Faden weiterspinnen möchte, wäre das ein ziemlich guter Moment dafür.

Mich würde ja interessieren, ob ihr sowas überhaupt baut. Ein Deck, das sich selbst zerlegt, um an eine einzige große Unit zu kommen, ist genau die Sorte Plan, die im Testspiel großartig aussieht und im Turnier an der eigenen Uhr scheitert. Ich bin da selbst noch unentschieden, Chooms.

Quellen: All is Lost in der offiziellen Kartendatenbank · The Relic: Experimental Biochip · Live with the Aftermath · Offizieller Gameplay Guide (Glossar, Deck-Out, Deckbau) · Cyberpunk TCG at Gen Con 2026: All of our Exclusive Card Reveals · ScreenRant: Cyberpunk 2077: All Is Lost Officially Announced

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Kenearos
AUTOR // KENEAROS
Kenearos

Said Benadjemia – online als „Kenearos". Cyberpunk-Fan seit dem ersten Trailer 2012, Night-City-Legend-Backer der Cyberpunk-TCG-Kickstarter-Kampagne 2026. Schreibt hier auf Deutsch alles rund ums Cyberpunk Trading Card Game von WeirdCo und CD Projekt Red – Kickstarter-News, Deep Dives zu Mechanik und Lore, Charakterguides, Strategieartikel.

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