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SONNTAG · 16.08.2026
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Cyberpunk TCG: Erste Karten stecken schon im Slab

Cyberpunk TCG - V: Corporate Exile, Epic-Karte aus dem Starterdeck The Heist (Quelle: offizielle Cyberpunk-TCG-Kartendatenbank)
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$Dieser Artikel wurde mit KI-Unterstützung aus mehreren Quellen zusammengestellt und vor der Veröffentlichung redaktionell geprüft. → Mehr Infos

CGC führt eine Seite, auf der das Haus seine eigenen Zertifizierungen zählt, und dort steht seit kurzem eine Rubrik, die da eigentlich noch gar nicht stehen dürfte: Cyberpunk TCG. Stand 15. August listet der Population Report zwölf zertifizierte Karten. Zwölf. Ein Rundungsfehler mit eigener Rubrik.

Und trotzdem finde ich die zwölf spannender als fast alles, was diese Woche sonst enthüllt wurde. Ausgeliefert ist das Spiel nämlich noch nicht. Die ersten Kickstarter-Pakete gehen laut WeirdCo ab dem 1. September raus, die Beta Events laufen vom 10. bis 17. September, und in den Handel kommt „Welcome to Night City“ am 6. November. Im Laden kaufen könnt ihr also noch nichts. Zertifiziert wird trotzdem schon.

Zehnmal dieselbe Karte

Der Report hat zwei Rubriken. Unter „Base Expansion“ stehen zehn Karten, alle aus demselben Produkt: „(SD01 – HEI [A]) Beta Deck: The Heist“. Und alle zehn sind dieselbe Karte. Nummer β012, V: Corporate Exile, Rarität Epic.

Die Pointe steckt in der Notenverteilung. Eine Pristine 10, fünf Gem Mint 10, zwei Neuner, eine 8,5, eine 8. Sechs von zehn auf der Höchstnote. Bei einer Karte, die frisch aus einem versiegelten Starterdeck kommt, ist das erst mal nichts Besonderes (kein Booster-Reibungsschaden, kein Sammelalbum aus 1999, keine 25 Jahre Dachboden). Dreht die Quote aber mal um: Vier von zehn schaffen die Zehn nicht, obwohl die Karten nie in einer fremden Hand waren. Wer im September sein Beta-Deck aufschneidet und schon vom Grading träumt, sollte genau diese vier im Kopf behalten.

Warum ausgerechnet V? Blöde Frage, ehrlich. V ist das Werbegesicht des ganzen Spiels, und Corporate Exile ist die Version mit den fettesten Zahlen: Legend, Tag CORPOMERC, Kosten 5, Power 8, RAM 2, dazu Go Solo, mit dem ihr die Legend gegen ihre Kosten als bereite Unit aufs Feld stellt. Verlässt sie das Feld, ist sie aus dem Spiel. Illustriert hat sie Envar.

Interessanter als die Karte ist ihre Druckhistorie. V: Corporate Exile gibt es in fünf Auflagen: als #012 im Retail-Starterdeck, als #β012 im Beta-Starterdeck, als #008 im Merc Demo Deck mit Artwork von Envar Studio, dazu zweimal als Box Topper mit einer komplett anderen Illustration von Ito. Und das kleine β vor der Nummer ist keine Deko. CGC führt die Beta-Auflage als eigenes Set, mit eigener Zeile im Report und eigener Population. Wer auf Beta-Ware sitzt, hat damit etwas in der Hand, das der Handel ab dem 6. November nicht mehr nachschiebt.

Bei den zwei Promo-Slabs läuft es gleich: einer aus den „Beta Box Toppers“, einer aus den Set-1-Promos. Auch da trennt CGC Beta und Retail sauber.

München ist näher als Sarasota

An der Meldung hängt für uns eine Nebenlinie, die mehr wert ist als der Pop Report selbst. CGC bewertet Sammelkartenspiele seit dem 12. Januar 2026 in Vollzeit in München, über die deutsche Tochter Certified Collectibles Group International GmbH in der Elsenheimerstraße 63. Karten annehmen tut der Standort schon seit Dezember 2023. Neu ist, dass dort ein festes Grader-Team sitzt, teils aus der Zentrale in Sarasota umgezogen, teils vor Ort ausgebildet.

Den Haken müsst ihr kennen: Die Vollzeit-Bewertung gilt ausdrücklich nur für TCGs. Sportkarten und gemischte Einreichungen wandern weiter in die USA. Für Cyberpunk-Karten bedeutet das, dass die Sendung die EU nie verlässt. Keine Einfuhrumsatzsteuer auf dem Rückweg, kein Zollformular, keine Diskussion über den deklarierten Wert am Flughafen. Wer sich schon mal eine Rücksendung aus einem Drittland freigekämpft hat, weiß, was der Satz wert ist.

Die Preise stehen offen auf cgccards.de, in Euro und inklusive Mehrwertsteuer. Bulk kostet 20,23 Euro pro Karte, deckt Karten bis 500 Euro Wert ab, verlangt mindestens 25 Karten und braucht 75 Arbeitstage. Economy liegt bei 22,61 Euro bis 1.000 Euro Kartenwert, mit 45 Arbeitstagen. Danach wird es fix teuer: Standard 61,88 Euro bis 3.000 Euro, Express 113,05 Euro bis 10.000 Euro, WalkThrough 321,30 Euro bis 100.000 Euro. Versand hin und zurück zahlt ihr selbst, und den Dienstleister für den Rückweg legt ihr direkt mit dem Hinweg fest.

Rechnet das mal gegen. Eine Epic aus einem Starterdeck, das im deutschen Handel im niedrigen zweistelligen Bereich landet, kostet euch im günstigsten Tarif gut 20 Euro Bewertung plus Porto. Der Slab müsste den Kartenwert also mindestens verdoppeln, damit die Sache überhaupt aufgeht. Bei β-Karten aus einer Auflage, die nie wieder gedruckt wird, kann das klappen. Beim Rest aus dem Beta-Deck ist es Wunschdenken.

Warum das gerade jetzt passiert

Der Zeitpunkt kommt nicht aus dem Nichts. Am 7. August hat WeirdCo im Dev-Blog seine Druckpolitik festgezurrt: Nachdrucke kommen als Einzelkarten, als Promos oder über Organized-Play-Preise, aber nicht über zusätzliche Booster. Pro Region gibt es einen exklusiven Distributor (für Deutschland, Österreich und die Schweiz ist das Luminous Cards), und dieselbe Set-Konfiguration wird nach dem Erstdruck nicht noch einmal aufgelegt. Weitere Kickstarter-Kampagnen für das Spiel schließt die Firma aus.

Fünf Tage später kam die Ansage, dass Cardmarket das Spiel zum Release voll unterstützt. Also: Europas größter Kartenmarktplatz, ein Publisher, der öffentlich zusagt, die Auflage nicht nachzuschieben, und ein Grading-Haus mitten in München. Die komplette Infrastruktur für einen Sammlermarkt steht, bevor die erste Retail-Palette überhaupt rollt.

Zwölf Slabs sind dafür ein winziges Signal, klar. Sie zeigen aber, dass da draußen schon jemand Beta-Ware in der Hand hält, sie für dauerhaft knapp hält und bereit ist, dafür Eddies und zweieinhalb Monate Wartezeit zu verbrennen. Ab September, wenn 50.773 Backer ihre Pakete aufreißen, wird aus dem Rundungsfehler eine Zahl.

Bleibt die Frage, die ihr euch bis dahin selbst beantworten müsst. Ist die Beta-Auflage der eigentliche Sammlerdruck dieses Spiels, oder sitzt der Wert am Ende doch bei den vier Secret Rares aus dem Retail-Set? Ich tippe aufs β, aus einem ziemlich simplen Grund: Retail wird nachbestellbar sein, solange die Erstauflage reicht. Beta ist vorbei.

Quellen

CGC Cards Population Report: Cyberpunk TCG (Stand 15.08.2026)
CGC: Now Grading Trading Card Games Full-time in Munich (12.01.2026)
CGC Cards: Bewertungskategorien und Gebühren (Deutschland)
CGC Cards: Karten an CGC senden
Cyberpunk TCG Kartendatenbank: V: Corporate Exile
WeirdCo Dev-Blog: Availability versus Collectibility (07.08.2026)
WeirdCo Dev-Blog: Cardmarket-Ankündigung (12.08.2026)

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Kenearos
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Kenearos

Said Benadjemia – online als „Kenearos". Cyberpunk-Fan seit dem ersten Trailer 2012, Night-City-Legend-Backer der Cyberpunk-TCG-Kickstarter-Kampagne 2026. Schreibt hier auf Deutsch alles rund ums Cyberpunk Trading Card Game von WeirdCo und CD Projekt Red – Kickstarter-News, Deep Dives zu Mechanik und Lore, Charakterguides, Strategieartikel.

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