Die Kickstarter-Kampagne ist seit über einem Monat vorbei, aber beim Cyberpunk TCG geht’s erst richtig los. Der BackerKit Pledge Manager ist offen — und über 50.000 Backer wühlen sich gerade durch Würfel-Designs, Zubehör-Optionen und die große Frage: The Heist oder Embracing Power?
Ja, ich rede von den beiden Starter Decks. Und ehrlich gesagt hab ich mich da selbst ein bisschen festgelesen.
Söldner gegen Konzernmacht: Zwei Decks, zwei Welten
WeirdCo hat mit den Starter Decks ziemlich clever zwei grundverschiedene Spielphilosophien verpackt. The Heist ist das Söldner-Deck — V, Jackie Welles und Viktor Vektor als Legends. Wer Cyberpunk 2077 gespielt hat, kennt die Crew. Das Deck setzt auf aggressive Plays, schnelle Gigs und den klassischen „rein, Chaos stiften, Eddies kassieren“-Stil. Genau mein Ding.
Auf der anderen Seite steht Embracing Power — das Arasaka-Deck mit Saburo Arasaka, Yorinobu und Goro Takemura als Legends. Hier geht’s um Kontrolle, Ressourcen-Management und wirtschaftlichen Druck. Wer gerne langsam die Schlinge zuzieht statt durch die Tür zu treten, wird hier glücklich.
Jedes Starter Deck enthält 43 Karten (40 Standard plus 3 Legends), sechs Würfel, ein Papier-Playmat, ein Regelheft und Tipp-Karten. Und — das ist der Punkt, den viele übersehen — 5 mechanisch einzigartige Karten pro Deck, die es nur dort gibt. Wer kompetitiv spielen will, braucht also vermutlich beide.
Meine Theorie dazu: WeirdCo hat sich bewusst an der Story-Struktur von Cyberpunk 2077 orientiert. The Heist ist buchstäblich die Mission, die das Spiel in Gang bringt. Embracing Power spiegelt den Arasaka-Pfad. Ob Set 2 dann ein Edgerunners-Deck bringt? Ich wette drauf.
50.000 Backer und die Late-Pledge-Welle
Die offiziellen Zahlen haben sich nochmal ordentlich bewegt. Bei Kampagnenende am 17. April waren es 47.676 Unterstützer und knapp 27 Millionen Dollar. Stand Mitte Mai: 50.773 Backer und 28,35 Millionen Dollar. Über 3.000 Leute haben also nach Kampagnenende noch Late Pledges abgegeben — plus nochmal 1,4 Millionen Dollar obendrauf.
Das ist nicht nichts. Das zeigt, dass der Hype nach dem Kampagnenende nicht abgeflaut ist, sondern weiter anzieht. Klar, ein Teil davon ist FOMO (wer will schon die Beta-exklusiven Karten-Artworks verpassen?), aber trotzdem — solche Zahlen nach Kampagnenende sieht man selten.
Der Pledge Manager und die Qual der Wahl
Auf dem Cardrunners-Podcast (einem der ersten dedizierten Cyberpunk-TCG-Podcasts, übrigens — die Community wächst) hat Host Dan erzählt, dass er gerade seine Pledge-Manager-Auswahl abgeschlossen hat. Würfel, Zubehör, Sleeves — alles musste festgelegt werden. Co-Host Kell dagegen muss noch warten, weil er die monatliche Ratenzahlung gewählt hat und erst nach der letzten Rate ans Auswählen darf.
Das ist übrigens ein Detail, das für deutsche Backer relevant sein dürfte: Wer „Pledge Over Time“ nutzt, kann den Pledge Manager erst nach der letzten Zahlung abschließen. Problem dabei — bei limitierten Artikeln wie bestimmten Sleeves könnte die Auswahl dann schon eingeschränkt sein. WeirdCo hat zwar Allokation versprochen, aber wer auf Nummer sicher gehen will, sollte die Raten möglichst früh abschließen.
Was das für den deutschen Markt heißt
Gute Nachrichten für alle, die kein Backer sind: Die Retail-Vorbestellungen laufen bereits. In UK listet The Card Vault Booster Boxes für 119,75 Pfund (ca. 140 Euro) und beide Starter Decks für je 29,95 Pfund (ca. 35 Euro). In Deutschland hatten wir bereits gemeldet, dass Pre-Release Kits bei Händlern aufgetaucht sind.
Und hier kommt die vielleicht beste Info für EU-Backer: Laut der offiziellen FAQ werden EU-Bestellungen lokal versendet — ohne Zoll. UK-Bestellungen ebenfalls. Nur Kanada könnte Einfuhrzölle kassieren. Das heißt: Keine böse Überraschung vom Zollamt, kein Nachzahlen bei DHL. Bei den meisten US-Kickstartern zahlen EU-Backer sonst nochmal kräftig drauf.
Der Zeitplan sieht so aus: Express-Shipping (für Pledges ab 375 Dollar) bringt Starter Decks und Beta-Booster in Q3 2026 — also irgendwann zwischen Juli und September. Die restlichen Pledges folgen in Q4, parallel zum Retail-Release am 1. Oktober.
Retail-Preis in Deutschland wird sich vermutlich bei rund 5 Euro pro Booster-Pack einpendeln (Booster Box mit 24 Packs für ca. 140 Euro, falls die UK-Preise als Orientierung taugen). Plus MwSt. ist da schon drin, da EU-Retail.
Die Community formiert sich
Was mich persönlich am meisten freut: Es passiert was in der Community. Der Cardrunners-Podcast ist mittlerweile bei Episode 6 und analysiert bereits einzelne Karten-Mechaniken — obwohl das Spiel noch gar nicht draußen ist. In Episode 5 ging es um mögliche Rules Changes, in Episode 6 darum, was eine Karte eigentlich „gut“ macht. Die Hosts Dan und Red Zone Rogue kommen aus der Grand Archive- und Shadowverse-Szene und bringen echte TCG-Expertise mit.
Und noch eine Randnotiz: Französisch wird die erste Lokalisierungssprache nach Englisch. Deutsch ist noch nicht offiziell angekündigt — aber mit Luminous Cards als DE-Distributor und dem Interesse deutscher Stores wie White Rabbit in Essen und der Karten-Lounge Dortmund dürfte das nur eine Frage der Zeit sein.
Bis Oktober ist es noch ein bisschen hin. Aber zwischen Pledge Manager, Retail-Vorbestellungen und einer Community, die schon Deck-Theorien diskutiert, fühlt sich das Cyberpunk TCG weniger wie ein Kickstarter-Projekt und mehr wie ein richtiges TCG an. Und genau so soll das auch sein.
Quellen: Kickstarter-Kampagnenseite, Cyberpunk TCG FAQ, The Card Vault UK, Cardrunners Podcast Ep. 6
Passende Produkte bei Amazon*
TCG Würfel-Set | Kartenhüllen | Cyberpunk 2077 | TCG Spielmatte | Cyberpunk Edgerunners
*Affiliate-Links: Bei einem Kauf erhalten wir eine kleine Provision – für dich ändert sich nichts am Preis.
Said Benadjemia – online als „Kenearos“. Cyberpunk-Fan seit dem ersten Trailer 2012, Night-City-Legend-Backer der Cyberpunk-TCG-Kickstarter-Kampagne 2026. Schreibt hier auf Deutsch alles rund ums Cyberpunk Trading Card Game von WeirdCo und CD Projekt Red – Kickstarter-News, Deep Dives zu Mechanik und Lore, Charakterguides, Strategieartikel.





