Cyberpunk TCG: Beide Starter-Decks komplett enthüllt
Die Decklisten sind draußen. Beide, vollständig, Karte für Karte.
WeirdCo hat gestern im Dev-Blog die kompletten Inhalte der zwei Welcome to Night City Starter Decks veröffentlicht. Das Timing ist kein Zufall: Über 50.000 Kickstarter-Backer bekommen ihre Pakete in den nächsten Wochen, und wer vorher wissen will, was er da aufreißt, kann jetzt jede einzelne Karte nachlesen. Der Aufbau ist in beiden Fällen identisch, drei Legends plus 40 Karten Main Deck. Also exakt das Minimum, das die Deckbau-Regeln erlauben.
Spannend wird’s bei dem, was ihr sonst nirgends bekommt.
Arasaka schickt die ganze Familie
Embracing Power ist der Corpo-Stapel. Die drei Legends heißen Goro Takemura: Hands Unclean, Yorinobu Arasaka: Embracing Destruction und Saburo Arasaka: Stubborn Patriarch, und alle drei gibt es ausschließlich in diesem Deck. Dazu kommen zwei weitere Exklusivkarten im Main Deck: Minotaur (zweimal) und ein zweiter Goro, Losing His Way, ebenfalls zweimal.
Der Rest liest sich wie eine Materialschlacht. Drei Sandevistan, drei Mantis Blades, drei Corpo Security, dazu zwei MaxTac AV, zwei Chrome Fang, drei Ruthless Lowlife. WeirdCo hebt im eigenen Spotlight den Minotaur hervor, weil er mit geflipptem Saburo mit 10 Power angreift, und 10 Power reicht bekanntlich für zwei Gigs auf einmal. Mantis Blades geben +2 Power für einen einzigen Eddie, laut Blogpost die effizienteste Waffe im ganzen Set.
Ich find den Sandevistan-Slot fast spannender. Angreifen, dann am Ende des Zuges readyen, damit der Gegner nicht zurückschlagen kann. Eine Schutzfunktion, die in einem Einsteigerdeck ziemlich viel Spielverständnis vermittelt, ohne dass man es merkt.
The Heist spielt auf Zeit
Das zweite Deck geht den anderen Weg. V: Corporate Exile, Viktor Vektor: Sit Down and Relax und Jackie Welles: Pour One Out For Me als Legends, wieder alle drei nur hier zu haben. Exklusiv im Main Deck sind Dexter DeShawn: One Last Chance und der MT0D12 Flathead.
Die Karte, über die WeirdCo am meisten redet, ist genau dieser Flathead. Eine Unit, die man verkaufen kann, mit Belohnung für niedrige Street Cred. Zetatech Faceplate (dreimal im Deck) macht ähnlich viel auf einmal: Power-Boost für zwei Eddies, Gig-Manipulation, Kartenziehen. Dazu drei Kiroshi Optics, drei Mandibular Upgrade, drei Delamain Cab, drei Evelyn Parker und drei Floor It.
Mechanisch ist das ein Blockier- und Quickhack-Deck. Angriffe abfangen, Fights mit Quick-Programs kippen, dann mit den eigenen Techies zurückschlagen. Wer aus anderen TCGs Kontroll-Listen kennt, wird sich hier schneller zurechtfinden als im Arasaka-Deck.
Der Podcast liefert die Zahlen nach
Parallel zum Blogpost haben Cree „Kawa“ Gunning und Paweł Burza in Episode 22 des Cyberdeck-Podcasts beide Decks vor der Kamera geöffnet und die neuen Karten durchgesprochen. Da hängen die Werte dran, die im Blog fehlen.
Heywood Ripperdoc: sechs Kosten, ein gelbes RAM, acht Power, und beim Ausspielen darf eine Gear zerstört werden, wenn deren Kosten dem Wert eines eigenen Gigs entsprechen. Danach eine Karte ziehen.
One of my favorite cards in the starter deck.
Cree „Kawa“ Gunning über Heywood Ripperdoc, Cyberdeck Podcast Ep. 22
Chrome Fang kostet fünf und bringt sechs Power mit: Bis zum nächsten Zug können gegnerische Units keine Gigs stehlen, deren Wert höher ist als ihre eigene Power. Klingt harmlos, kontert aber genau die blauen Decks mit vielen kleinen Units. Ruthless Lowlife ist ein Zwei-Kosten-Body mit vier Power, der ausschließlich gegnerische Units angreifen darf. Und Shattered Memories, ein Program für vier, lässt beide Spieler die Hand abwerfen und je fünf Karten ziehen. Wer richtig rechnet und die Summe der abgeworfenen Karten auf den Wert eines eigenen Gigs bringt, zieht zwei dazu. Sieben Karten auf einmal gibt es sonst nirgends im Set.
Burza hebt Arasaka Emergency Radioport hervor (zwei Kosten, +2 Power): Wird die Unit oder ein Legend gespendet, darf ein verdeckter eigener Legend angeschaut und, falls Arasaka oder mit Go Solo, kostenlos gecallt werden. In einem Deck, in dem alle drei Legends Arasaka sind, ist das keine Bedingung mehr, sondern eine Garantie.
Was das für den Sammelmarkt bedeutet
Zehn Karten stehen auf den beiden Listen mit dem Vermerk „Starter Deck exclusive“. Sechs Legends, dazu Minotaur, der zweite Goro, Dexter DeShawn und der Flathead. Keine davon liegt in einem Booster. Wer sie will, kauft das Deck oder später das Single.
Für den deutschen Markt heißt das konkret: Ab dem 6. November stehen beide Decks im Laden, die UVP-Richtung liegt bei knapp 30 Euro pro Stück, die Distribution für DACH läuft über Luminous Cards aus Gera. Backer der ersten Welle sind früher dran, deren Express-Pakete gehen ab September raus. Zwischen Backer-Lieferung und Ladenverkauf liegen also gut zwei Monate. In der Zeit tauchen die Exklusiv-Legends bei Cardmarket auf, bevor hier irgendein Laden ein Deck verkauft hat. Auf die ersten Preise für Saburo Arasaka bin ich ehrlich gespannt.
Wer die Decks vorher in Aktion sehen will: WeirdCo hat gleichzeitig ein Gameplay-Video hochgeladen, The Heist gegen Embracing Power, gespielt von Kawa und Steve „LD“ George. Küchentisch-Setup statt Turnier-Rahmen, genau richtig zum Reinschauen.
Im Podcast fiel noch ein Satz, der es in sich hat: In etwa anderthalb Wochen ist laut Kawa das komplette Set gespoilert. Welches der beiden Decks liegt bei euch am 6. November im Einkaufskorb, und baut ihr überhaupt eins davon pur, oder wandern die Exklusiv-Legends direkt in eine eigene Liste?
Quellen
Welcome to Night City Starter Decks: Full Decklists Revealed (WeirdCo Dev Blog, 21.08.2026)
Starter Deck Reveals, Cyberdeck Podcast Episode 22
Starter Deck Gameplay: The Heist vs. Embracing Power
Kickstarter Update #60: Tournament Software and Starter Deck Contents Revealed
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