Deck-Guide: Judy in Mono-Blue mit Towerfall und Placide
Zwei blaue Legends plus eine andere Farbe oder drei blaue Legends: Wer Judy spielen will, hat die Wahl. Wir nehmen hier die Mono-Blue-Fassung auseinander, Karte für Karte, Zug für Zug, und rechnen lieber nach, als dem Bauchgefühl zu trauen.
Kurzfazit. Mono-Blue-Judy räumt gegnerische Units unter das Deck, statt sie im Kampf zu besiegen, und gewinnt spät mit wenigen großen Körpern: Judy Álvarez: Nothing to Doubt, Psycho Squad und Placide. Drei Blue Legends (Alt, Jackie, Judy) braucht das Deck nur für eine Karte, die Judy-Unit mit RAM 5.
Die Liste kostet bei Cardmarket mindestens 54,45 € (Summe der niedrigsten Angebote, Trend 83,45 €), und 53,30 € davon stecken in drei Karten. Die größte Baustelle der Referenzliste sind Min Gigs, also Gig-Würfel, die ihre 1 zeigen. Trust No One liefert sie verlässlich und steht in allen 16 Vergleichslisten, in dieser Liste fehlt die Karte.
Stand: 14. Oktober 2026. Offizielle Constructed-Turniere gab es noch keine, alle Aussagen über Stärke sind Einschätzung oder Meinung.
Die Meta-Serie
Judy taucht im Deckbuilder ständig auf, gegen sie spielst du also oft. Die Auswertung von Gamertag Mythras vom 16. September zählt sie in 168 von 716 Decks, das sind 23,5 Prozent und Rang 2 hinter River Ward. Welche Farbe dazu gehört, ist weniger klar. Bei netdeck stehen am 14. Oktober 269 Judy-Decks, davon 83 in Blue-Blue-Red (kurz BBR: zwei blaue Legends und eine rote), 77 in Mono-Blue mit drei blauen Legends und 67 in Blue-Blue-Green (kurz BBG).
Wenn du die grüne Fassung suchst, lies den BBG-Guide, den wir hier nicht wiederholen. Mit Hanako (einer grünen Legend) und Peace Offering spielt sich BBG anders, darauf kommen wir beim Matchup zurück. Wie die Meta in der Print-and-Play-Phase aussah, steht in unserem Artikel aus dem Mai. Im Mai gab es noch keine Builder-Zahlen. In der Auswertung von Gamertag Mythras vom 16. September steht Judy auf Platz 2.
Zahlen aus dem Builder sind Beliebtheit und keine Siegquote.
Mono-Blue gibt es wegen einer einzigen Karte mit RAM 5
Wenn du Judy: Nothing to Doubt nicht besitzt oder nicht spielen willst, bau gleich BBG oder BBR. Ein Mono-Blue ohne diese Karte gibt die Stärken der anderen Farben auf und bekommt nichts dafür.
Der Grund ist das RAM-Limit*1. RAM ist die Farbanforderung einer Karte, und deine Legends legen fest, wie hoch sie sein darf. Jede Blue Legend bringt 2 RAM in Blue. Mit drei Blue Legends liegt dein Limit bei 6, mit zwei bei 4. Die einzige Blue-Karte im Pool mit RAM 5 ist Judy Álvarez: Nothing to Doubt. Jede andere Blue-Karte hat RAM 4 oder weniger und passt auch in ein Deck mit nur zwei Blue Legends.
Unsere Referenzliste stammt von Surgical Ninja, und im Deck-Tech-Video steht der Grund ohne Umweg.
„And why mono blue? It’s because I want to get um five up of my RAM requirement, so we can play Judy the unit“ (Surgical Ninja)
Die Builder-Zahlen passen dazu. In 80,5 Prozent der 77 Mono-Blue-Judy-Listen auf netdeck steht Judy: Nothing to Doubt. In den BBG-Judy-Listen steht sie in keiner einzigen, weil dort das Limit bei 4 liegt.
Was die Karte leistet, ist schnell gesagt. Sie kostet 6 €$ (Eddies, die Währung im Spiel), hat 6 Power und RAM 5. Ihre Fähigkeit kostet 1 €$ und {Spend}, also das Querdrehen der Karte für diesen Zug. Dafür deckst du die oberste Karte deines Decks auf und spielst sie gratis, sonst nimmst du sie auf die Hand.

Für dich am Tisch heißt das: jeder Zug ab dem zweiten mit ihr bringt eine Karte, im Schnitt mit spürbarem Rabatt. Die netdeck-API meldet für die Referenzliste durchschnittliche Kosten von 4,2. Ziehst du die Aktivierung von 1 €$ ab, sparst du pro Aktivierung im Schnitt etwa 3,2 €$. Eine Niete gibt es nicht, weil eine Karte, die du nicht spielen willst, auf die Hand geht. Dazu kommt der Körper: Mit 6 Power überlebt sie Pyramid Song (−4) und Towerfall (−5) des Gegners.
Ein paar Haken hat die Karte allerdings, und die kennst du besser vor dem Kauf. Drei Kopien kosten bei Cardmarket mindestens 28,50 €, und das ist ein Foil-Preis, weil es für diese Karte nur Foil-Angebote im Preisguide gibt. Sie braucht 6 €$ zum Ausspielen und darf wegen Lag erst im Folgezug aktivieren. Lag heißt: Neue Units dürfen im ersten Zug nicht angreifen und keinen Spend nutzen, blocken dürfen sie. Zwei der neun Mono-Blue-Vergleichslisten, die wir uns angesehen haben, spielen sie gar nicht.
Die bekannte Kombo mit V und Delamain ist ein anderes Deck
Wenn du die oft genannte Kombination „Judy, Delamain, V: Streetkid“ nachbauen willst, landest du nicht in Mono-Blue. V: Streetkid ist eine Red Legend mit RAM 2 in Red. Mit V liegt dein Blue-Limit bei 4, und Judy: Nothing to Doubt darf nicht mehr ins Deck.
Delamain: Rideshare AI ist eine Blue Unit und keine Legend: Kosten 3, Power 0, RAM 3, Text „{Play} Draw 2.“ Die offizielle FAQ, die Sammlung von Regelantworten des Herstellers, stellt klar, dass das Ziehen Pflicht ist. Die Kombo gehört zu Blue-Blue-Red, mit Alt, Judy und V: Streetkid (48 Decks bei netdeck) oder Jackie, Judy und V: Streetkid (17 Decks).
RareTotem beschreibt den Reiz von Delamain mit Judy so: Eine Karte, die sonst tot auf dem Feld liegt, wird zum Angreifer. Sie stiehlt jedes Mal einen Gig, wenn du ein Braindance spielst. Gigs sind die Würfel, die zum Sieg zählen. Delamain passt auch in Mono-Blue (RAM 3 liegt unter 6) und steht in 39,0 Prozent der Mono-Blue-Listen. In der Referenzliste steht Delamain nicht, wir behandeln die Karte darum als Flex-Option.
Die Referenzliste stammt von Surgical Ninja und begründet jede Karte im Video
Ausgesucht haben wir die Liste aus genau einem Grund: Ihr Ersteller erklärt jede einzelne Karte.
Die Liste heißt „Ninja’s Mono Blue Control“ und stammt von Surgical Ninja. Du findest sie als Deckseite im offiziellen Builder und als Deck-Tech-Video „MONO BLUE CONTROL Is BRUTAL!“ auf dem Kanal von Surgical Ninja. Alle Kopienzahlen, die im Video ausgesprochen werden, passen zur netdeck-Liste, ebenso die Aufteilung in 21 Programs und 19 Units.
Im Builder ist die Liste ein Nischenprodukt: 29 Views und 0 Likes am 14. Oktober. Die meistbesuchte Mono-Blue-Judy-Liste ist eine andere, nämlich „Ghost in the Shell Blue“ von DanteMM auf ExBurst mit rund 1.300 Visits und 2 Likes am 14. Oktober. Surgical Ninja hat übrigens auch eine BBG-Liste namens „BBG Control“, die im Builder mit 203 Views und 2 Likes deutlich mehr Aufmerksamkeit bekommt als die Mono-Blue-Fassung.
Für einen Guide zählen Begründungen, nicht Klickzahlen. Surgical Ninja sagt zu jeder Karte, warum sie drin ist, bei einigen auch, wie viele Kopien es sind, und bei Psycho Squad sogar, dass die Zahl nur ein Test ist. Das macht die Liste angreifbar und damit nützlich. „Ghost in the Shell Blue“ läuft als Vergleich mit, und wo DanteMM anders baut, sagen wir es.
Eine Lücke bleibt: Im Video kündigt Surgical Ninja an, es gebe „still some changes“, über die man „at the end of the video“ sprechen wolle. Am Ende des Videos kommen keine Änderungen. Was gemeint war, wissen wir nicht. Die netdeck-Liste ist vom 7. September und wurde zuletzt am 13. September geändert.
| Anzahl | Karte | Typ | Kosten | Power |
|---|---|---|---|---|
| 1 | Alt Cunningham: Soulkiller Architect | Legend | – | – |
| 1 | Jackie Welles: Pour One Out For Me | Legend | – | – |
| 1 | Judy Álvarez: Braindance Maestro | Legend | – | – |
| 3 | Mox Inciters | Unit, Blocker | 3 | 2 |
| 2 | Psycho Squad | Unit | 4 | 6 |
| 3 | Rita Wheeler: No Stupid Questions | Unit, Blocker | 4 | 4 |
| 3 | Lizzy Wizzy: Delicate Weapon | Unit, Blocker | 5 | 2 |
| 3 | Maman Brigitte: Spirit of Death | Unit | 5 | 3 |
| 3 | Judy Álvarez: Nothing to Doubt | Unit | 6 | 6 |
| 2 | Placide: Voodoo Sentinel | Unit | 8 | 10 |
| 3 | Reboot Optics | Program, {Quick} | 2 | – |
| 3 | Three Mouths, One Desire | Program, Braindance | 2 | – |
| 3 | Chrome Reverie | Program, Braindance | 3 | – |
| 3 | Pyramid Song | Program, Braindance | 3 | – |
| 3 | Unlikely Bond | Program | 4 | – |
| 3 | Les Élémens | Program | 5 | – |
| 3 | Towerfall | Program, Braindance | 6 | – |
Die Liste ist legal: drei Legends mit verschiedenen Namen, 40 Karten im Main, höchstens drei Kopien je Karte, höchster RAM 5 bei einem Limit von 6, alles Blue. Der Builder markiert sie als gültig.
Vorab ein paar Eckdaten, die später ständig wieder auftauchen. Die Liste hat 19 Units, 21 Programs und kein Gear. Zwölf Karten sind Braindances, also Judy-Auslöser. Verkaufen kannst du nur die 21 Programs, denn keine Unit der Liste hat einen Sell Tag. Das ist das Symbol, mit dem du eine Karte als Eddie verkaufen darfst. Die durchschnittliche Power der Units liegt bei 4,4.
| Kosten | 2 | 3 | 4 | 5 | 6 | 8 |
|---|---|---|---|---|---|---|
| Karten | 6 | 9 | 8 | 9 | 6 | 2 |
Die Kurve beginnt bei 2, eine Karte für 1 €$ gibt es nicht. Das wird beim Startspieler gleich noch wichtig.
Judy bringt mehr Karten als Power
Wer Judy nur als Power-Buff sieht, verschenkt die halbe Karte, nämlich genau die Hälfte, die Karten bringt. Hier ist sie ein Wert-Motor. Alt und Jackie kümmern sich darum, dass die Programs billig und die Würfel klein werden.



Judy Álvarez: Braindance Maestro
Judy gibt dir zwei Dinge. Spielst du ein Braindance-Program, bekommt eine deiner Units in diesem Zug +1 Power. Und mit {Spend} trashst du die oberste Karte deines Decks; ist sie ein Program, darfst du sie auf die Hand nehmen.
Den Buff kannst du stapeln, denn er zählt jedes Braindance*2. Surgical Ninja vergleicht das mit Storm aus Magic, einer Mechanik, die mit jedem Spruch im Zug wächst: „you could trigger this multiple times“. Ein Braindance aus dem Trash, also deinem Ablagestapel, zählt ebenfalls, und das ist der Grund, warum Alt und Lizzy Wizzy in dieser Liste stehen.
Eine Einschränkung geht dabei gern unter. Im ganzen Pool hat kein Blue-Braindance {Quick}, das Stichwort für Karten, die du auch als Reaktion auf einen gegnerischen Angriff spielen darfst. Du spielst also jedes Braindance in deinem eigenen Zug, und der Buff hilft dir nie beim Blocken. Er hilft beim Angreifen auf eine gespente, also quer gedrehte gegnerische Unit oder beim Stehlen von Gigs.
Beim Gig-Klau zählt eine Schwelle*3. Ab 10 Power stiehlt eine Unit 2 Gigs. Judy: Nothing to Doubt mit 6 Power bräuchte vier Braindances im selben Zug, um dahin zu kommen, und das passiert selten. Realistisch gewinnst du mit dem Buff einen Kampf, den du sonst verloren hättest.
Ihr {Spend} kostet dich effektiv 1 €$. Judy liegt als aufgedeckte Legend mit Sell Tag im Legends-Bereich und könnte sonst 1 €$ bezahlen*4. Bei vollem Deck trifft der Spend in 21 von 40 Fällen ein Program, also zu 52,5 Prozent. Surgical Ninja nennt das eine 50/50-Chance, was gut passt. In den anderen 47,5 Prozent landet eine Unit im Trash, und die Liste hat keine Karte, die Units zurückholt. Ein getrashter Placide ist weg.
Ein Detail aus dem Kartentext: Der Buff stellt keine Bedingung an Judys Ausrichtung. Du darfst Judy also als Zahlmittel spenden, und ihr Buff wirkt trotzdem weiter. Eine FAQ dazu gibt es nicht, der Text gibt es aber her. Judy selbst kann nie aufs Feld, denn sie hat als Legend keine Kosten. Für den Buff brauchst du deshalb immer eine andere eigene Unit.
Zwei Stimmen aus der Szene sehen Judy unterschiedlich, beide sprechen allerdings über BBG. RareTotem sagt, „Judy tends to lean heavier into combat strats“. Randy Muir von Wild Things Games schreibt dagegen, Judy bringe mehr Kartenzug, weil die meisten Removal-Karten Braindances sind. In Mono-Blue kommt eher die zweite Lesart hin.
Bei den Braindances lässt die Liste Judy-Auslöser liegen, so schätzen wir es ein. Sie spielt 12 von 40, je drei Three Mouths, Chrome Reverie, Pyramid Song und Towerfall. In unserer eigenen Zählung spielen die Vergleichslisten 11 bis 20 Braindances, der Mono-Blue-Median liegt bei 14.
Jackie Welles: Pour One Out For Me
Jackie ist in dieser Liste die einzige Karte, die deine Würfel gezielt auf 1 drückt. Das macht ihn wichtiger, als er in BBG ist. Spielst du in einem Zug zum ersten Mal ein Blue Unit oder Blue Gear, darfst du einen deiner Gigs um bis zu 2 senken. Wird er dadurch minimal, ziehst du eine Karte.
Minimal heißt: Der Würfel zeigt seine 1*5. Drei Karten der Liste und die Legend Alt werden mit Min Gigs stärker: Alt senkt Kosten, Three Mouths gibt mehr Karten, Chrome Reverie einen Gratis-Call, Pyramid Song beide Effekte. Ein Call ist das Aufdecken einer verdeckten Legend und kostet sonst 1 €$. Surgical Ninja fasst Jackie knapp zusammen: „This helps us modify our dice and lets us draw.“ Weil die Liste kein Gear spielt, löst Jackie hier nur über Blue Units aus.
Die Karte ziehst du nur bei einem echten Wechsel. Liegt ein Gig schon auf 1, bringt Jackie keine Karte, und du kannst ihn nicht auf seinen eigenen Wert „senken“. Die FAQ bestätigt das.
Warum der d4 dein wichtigster Würfel ist, zeigt eine kurze Rechnung. Welchen Würfel du einwürfelst, also aus deinem Vorrat würfelst und zu deinen Gigs legst, entscheidest du jeden Zug selbst. Nur der d20 muss als letzter kommen, wenn sonst keiner mehr übrig ist. Würfelst du den d4 zuerst ein, steht er zu 25 Prozent auf 1. Mit Jackie offen und einem Blue Unit im Zug wird er bei den Würfen 1, 2 und 3 minimal, also zu 75 Prozent. Bei 2 und 3 ziehst du zusätzlich eine Karte, das sind 50 Prozent.
Ohne Jackie offen bleibt es bei 25 Prozent für den d4 und 16,7 Prozent für den d6. Dummerweise liegt Jackie zu Spielbeginn in zwei von drei Fällen nicht als erste Legend oben (mehr dazu im nächsten Abschnitt).
Beim Kauf von Jackie aufpassen: Die Karte gibt es nicht in Retail-Boostern. Sie steckt im Starter „The Heist“ (SD01-011), dazu gibt es Drucke aus Merc Demo, Box Topper und Edgerunner Open.
Alt Cunningham: Soulkiller Architect
Alt rechnet sich erst ab zwei Min Gigs. Wer sie blind aktiviert, zahlt drauf. Mit {Spend} kostet dein nächstes Program in diesem Zug 1 €$ weniger für jeden deiner Min Gigs, aber nie weniger als 1 €$*6.
Der Haken: Alt selbst wäre sonst 1 €$ Zahlkraft. Mit genau einem Min Gig sparst du 1 und verlierst 1, das ist ein Nullsummenspiel. Ab zwei Min Gigs gewinnst du netto mindestens 1 €$. Der Rabatt gilt auch für Programs, die du aus dem Trash spielst.
Ihre zweite Fähigkeit holt ein Program aus dem Trash: 1 €$ zahlen, Alt spenden, das Program spielen und die vollen Kosten zahlen, danach geht es unter dein Deck. Effektiv kostet dich das die Programmkosten plus 2 €$. Ein zweiter Towerfall aus dem Trash kostet also 8 €$-Äquivalente. Surgical Ninja sagt, das „combos very nicely with Judy“, und die FAQ gibt dem recht: Ein Braindance aus dem Trash löst Judys Buff aus.
Früh im Spiel ist der Trash leer und Min Gigs sind rar. In dieser Liste mit nur einer gezielten Min-Gig-Quelle ist Alt darum meist eine späte Karte. Ab Zug 4 oder 5 liegen Programs im Trash, dann trägt die Rückholung. Die besten Kandidaten sind Towerfall als zweiter Board-Wipe und Pyramid Song, weil er billig ist und als Braindance zählt.
RareTotem nennt Alt „A tier, borderline S tier“ und „evergreen“. Diese Einschätzung bezieht sich auf BBG mit viel Gig-Manipulation über Hanako und Peace Offering. Beliebt ist Alt trotzdem auch hier: Sie steht in 56,5 Prozent aller 269 Judy-Decks bei netdeck und in 64 der 77 Mono-Blue-Decks. Die häufigsten Mono-Blue-Paare sind Alt mit Jackie (23 Decks), mit V: Corporate Exile (13), mit Wakako (12), mit Sasha (10) und mit Evelyn (6).
Welche Legend zuerst oben liegt, entscheidet die ersten drei Züge
Welche Legend zuerst aufgeht, steuerst du nicht. Steuern kannst du die Reihenfolge deiner Aktionen, und an der hängen die ersten Züge.
Deine drei Legends liegen verdeckt und gemischt, und der Call dreht eine Karte um, die du nicht kennst*7. Beim ersten Call ist es zu je einem Drittel Judy, Jackie oder Alt. Nach zwei Calls liegt Judy zu zwei Dritteln offen, nach drei sicher. Jeder Call kostet 1 €$, Chrome Reverie mit Min Gig macht einen davon gratis.
Als Startspieler hast du noch eine Regel mehr am Hals. Der Startspieler spendet seine zwei linken Legends, und die werden im ersten Zug nicht wieder bereit. Du hast in Zug 1 also nur eine bereite Legend, die rechte. Eine gecallte Legend behält ihre Ausrichtung beim Umdrehen.
Jackie zuerst ist der beste Start
Liegt Jackie zuerst oben, macht er deinen d4 zu 75 Prozent minimal, schaltet Pyramid Song doppelt, Three Mouths +1 und den Gratis-Call von Chrome Reverie frei. Eine Bedingung musst du dabei einhalten: Jackie muss offen liegen, bevor dein erstes Blue Unit des Zuges kommt*8.
Judy zuerst gräbt, Alt zuerst wartet
Mit Judy zuerst kannst du ihren Spend sofort im Zug des Calls nutzen und nach Programs graben, die FAQ erlaubt das. Der Buff braucht aber eine eigene Unit auf dem Feld. Hast du keine frühe Unit auf der Hand, ist Judy-zuerst nur ein Graber.
Alt zuerst ist der schwächste Start. Ohne Min Gigs gibt es keinen Rabatt, ohne Trash keine Rückholung, und Alt ist dann effektiv 1 €$ Zahlkraft, die du auch verdeckt gehabt hättest.
Die feste Reihenfolge im Zug
Daraus folgt eine Regel für jeden Zug, bis alle Legends offen liegen: erst callen, dann das erste Unit spielen. Und dreh beim Call eine bereite verdeckte Legend um. Welche verdeckte Karte du umdrehst, wählst du selbst. Bezahl den Call darum mit einem Eddie oder einer schon offenen Legend. Zahlst du mit einer verdeckten Legend, bleibt vielleicht keine bereite verdeckte mehr übrig. Dann liegt eine umgedrehte Judy oder Alt gespent offen und kann ihren Spend erst im nächsten Zug nutzen.
Als Startspieler ist in Zug 1 nur die rechte Legend bereit. Callst du sie, ist es zu je einem Drittel Judy, Jackie oder Alt.
Jede Karte hat ihren Grund, und vier davon stehen zur Debatte
Manche Karten sind gesetzt, an anderen darfst du schrauben. Pro Karte gibt’s hier die Rolle, die Zahl der Kopien mit Begründung (wo Surgical Ninja keine nennt, ist es unsere), die Builder-Daten und die Grenzen.
Mox Inciters (3 Kopien)
Mox Inciters ist dein billigstes Unit und dein Jackie-Auslöser in den ersten beiden Zügen. Sie kostet 3, hat 2 Power und Blocker. Spielst du sie, muss eine gegnerische Unit im nächsten Zug angreifen, falls sie kann.

Den Plan dahinter beschreibt Surgical Ninja so: Du zwingst den Gegner, „attack into your Rita Wheeler“. Die angreifende Unit wird dabei gespent und bleibt es bis zum Start ihres nächsten Zuges*9. In deinem eigenen Zug ist sie also noch gespent, und damit Angriffsziel und Ziel für Unlikely Bond.
Drei Kopien passen, denn Mox ist die einzige 3-Kosten-Unit der Liste. Als Nachziehender spielst du in Zug 1 genau Call plus Mox, das sind 4 €$. Eine Unit, die laut Text nicht angreifen kann, wird nicht gezwungen.
Die Kehrseite: Zwei Power sterben an jedem Towerfall, an Bonnie and Clyde und an Royce: Don’t Call Me Simon. Im Mono-Blue-Konsens steht Mox in 54,5 Prozent der Listen, in den 16 Vergleichslisten nur in 3. Mox ist unser erster Kandidat, wenn du einen Slot brauchst.
Psycho Squad (2 Kopien)
Psycho Squad ist der beste Power-pro-€$-Körper der Liste und überlebt Pyramid Song und Towerfall des Gegners. Kosten 4, Power 6, kein Text.

Surgical Ninja findet „six-power for four is pretty good“ und schiebt nach: „I’m just running two of it. I want to just test it out.“ Die Zahl 2 ist also ausdrücklich ein Test. Im Mono-Blue-Konsens steht Psycho Squad in 28,6 Prozent der Listen, in 4 der 16 Vergleichslisten.
Der Wert liegt in der Schwelle. Towerfall zieht 5 ab, 6 minus 5 ist 1, also bleibt Psycho Squad liegen. Mit zwei Judy-Buffs schlägt die Karte im eigenen Zug jede gespente gegnerische Unit mit 7 Power.
Rita Wheeler: No Stupid Questions (3 Kopien)
Rita ist dein Blocker, der nebenbei dein Deck filtert. Kosten 4, Power 4, Blocker. Wird sie zum ersten Mal in einem Zug gespent, ziehst du eine Karte und wirfst eine ab.

Surgical Ninja nennt sie „a nice chunky blocker“ und erklärt die Synergie: Wirfst du ein Program ab, kannst du es über Alt aus dem Trash spielen. Weil Blocken eine Unit spendet, filtert Rita auch im gegnerischen Zug. Der Abwurf legt Programs für Alt und Lizzy in den Trash.
Bei Rita bleiben wir bei drei, denn mit Mox und Lizzy bildet sie das Blocker-Netz (neun Blocker insgesamt). Im Mono-Blue-Konsens steht sie in 67,5 Prozent der Listen, in den 30 BBG-Listen mit Hanako, Jackie und Judy nur in 3,3 Prozent. Achte auf das Deck: Wer ziehen muss und keine Karten mehr hat, verliert sofort, und das gilt auch für Ritas Ziehen.
Lizzy Wizzy: Delicate Weapon (3 Kopien)
Lizzy spielt dir ein billiges Program ein zweites Mal, gratis, und blockt danach. Kosten 5, Power 2, Blocker. Spielst du sie, darfst du ein Program mit Kosten 3 oder weniger aus Hand oder Trash gratis spielen, danach geht es unter dein Deck.

Surgical Ninja sagt es so, wie es Magic-Spieler sofort verstehen: „This is literally a Snapcaster Mage.“ Das ist die Magic-Karte, die einen Spruch aus dem Friedhof noch einmal spielbar macht. Die Builder-Daten sind eindeutig, 84,4 Prozent im Mono-Blue-Konsens und 14 von 16 Vergleichslisten.
Die passenden Ziele in der Liste sind Three Mouths, Chrome Reverie und Pyramid Song, alle drei Braindance und damit Judy-Auslöser. Reboot Optics geht auch, ist im eigenen Zug aber fast wertlos. Towerfall, Les Élémens und Unlikely Bond sind zu teuer. Lizzy ist damit in den meisten Partien ein zweiter Pyramid Song auf einem Blocker-Körper. Spielst du sie als erstes Unit im Zug, löst sie zusätzlich Jackie aus.
Maman Brigitte: Spirit of Death (3 Kopien)
Maman bringt dir Removal auf einem Körper, wenn du zwei Programs abwerfen kannst. Kosten 5, Power 3. Spielst du sie, wirfst du zwei Programs ab und bottom-deckst dann eine gegnerische Unit ohne angelegtes Gear. Bottom-decken heißt, die Karte ganz unten unter das Deck ihres Besitzers zu legen. Mit nur einem Program passiert gar nichts, es müssen genau zwei sein.

Surgical Ninja weist selbst auf die Grenze hin: „this cannot hit Voltron targets“. Voltron nennt die Szene Units, an denen viel Gear hängt. Dafür habe das Deck viele Wege, Karten zu ziehen, sodass sich Maman gut auslösen lasse.
Unsere Rechnung: 5 €$ plus zwei Karten für eine gegnerische Karte. Die abgeworfenen Programs landen im Trash, und Alt und Lizzy holen davon einen Teil zurück. Gegen Gear ist Maman wertlos. Im Mono-Blue-Konsens steht sie in 51,9 Prozent der Listen, in den 30 BBG-Listen mit Hanako, Jackie und Judy in 80,0 Prozent. Maman ist unser zweiter Flex-Kandidat, eher auf zwei Kopien.
Judy Álvarez: Nothing to Doubt (3 Kopien)
Die Judy-Unit ist der Grund für Mono-Blue und bringt dir ab dem Zug nach dem Ausspielen jeden Zug eine Karte. Surgical Ninja: „Reveal the top card of your deck and play it for free. That is amazing … That is card advantage“.
Im Zug, in dem du sie spielst, greift sie nicht an und nutzt keinen Spend, sie hat Lag*10. Ab dem nächsten Zug zahlt sie sich aus: im Schnitt etwa 3,2 €$ Ersparnis pro Aktivierung, ein gratis Towerfall ist 6 €$ wert, ein gratis Placide 8 €$.
Drei Kopien halten wir für richtig, weil die Karte erst mit Verzögerung wirkt und eine einzelne Kopie leicht unter Removal geht, etwa unter Maman Brigitte oder Les Élémens. Bonnie and Clyde trifft sie mit 6 Power nicht. Wer sie spielt, spielt im Schnitt 2,21 Kopien.
Placide: Voodoo Sentinel (2 Kopien)
Placide räumt bei jedem Ausspielen und bei jedem Angriff eine gegnerische Unit weg. Kommt sein Angriff auf die Gig-Zone durch, stiehlt er 2 Gigs. Kosten 8, Power 10. Beim Ausspielen und bei jedem Angriff wirfst du ein Program ab und bottom-deckst eine gegnerische Unit. Abwerfen darfst du laut FAQ auch, wenn der Gegner gar keine Unit hat.

„this is the name of the game is why we are playing blue“ (Surgical Ninja über Placide)
Für den Angriff wichtig: Angriffseffekte sind abgehandelt, bevor der Gegner reagiert*11. Placide kann also den bereiten Blocker bottom-decken, bevor der blocken kann, und dann mit 10 Power 2 Gigs stehlen. Surgical Ninja nennt Placide „one of the best removal on a stick“.
Zwei Kopien reichen aus unserer Sicht, weil 8 Kosten erst in Zug 5 ankommen und die Judy-Unit Placide gratis aufdecken kann. Die Builder-Daten sagen 88,3 Prozent im Mono-Blue-Konsens, im Schnitt 2,12 Kopien.
Reboot Optics (3 Kopien)
Reboot Optics rettet dir einen Blocker im gegnerischen Zug, sonst verkaufst du die Karte. Kosten 2, {Quick}, kein Braindance. Das nächste Mal, wenn in diesem Zug eine gegnerische Unit kämpft, besiegt sie deine Unit nicht. Den Kampf verliert deine Unit laut FAQ trotzdem.
Surgical Ninja: „if you don’t need it, you can sell it for Eddies“. Im Video ist von einer „Voltron unit“ die Rede, die man damit schützt; die Karte schützt aber jede deiner Units. Es ist die einzige echte Reaktion der Liste im gegnerischen Zug. Als Braindance zählt sie nicht.
Die Daten sind gespalten: 67,5 Prozent im Mono-Blue-Konsens, aber nur 3 von 16 Vergleichslisten. Als Verkaufsfutter ist Reboot Optics genau richtig. Wenn du Trust No One einbauen willst, gehen zuerst diese drei raus.
Three Mouths, One Desire (3 Kopien)
Three Mouths ist deine billige Kartensuche und skaliert mit Min Gigs. Kosten 2, Braindance. Du durchsuchst die obersten drei Karten, nimmst eine auf die Hand und eine weitere für jeden deiner Min Gigs, der Rest geht unter das Deck.
Surgical Ninja: „If you have two minimum gigs, you draw all three.“ Die Karte steht in 97,4 Prozent der Mono-Blue-Listen. Weil der Rest unter das Deck geht, wird dein Deck nicht kleiner; die durchsuchten Karten zählen weiter dazu. Als Startspieler ist Three Mouths eine deiner beiden Karten für Zug 1.
Chrome Reverie (3 Kopien)
Chrome Reverie stoppt einen Angreifer und spart dir mit Min Gig einen Call. Kosten 3, Braindance. Der Text lautet „A rival Unit can’t attack until your next turn.“ Mit einem Min Gig darfst du zusätzlich gratis eine Legend callen.
Surgical Ninja sagt, die Karte „lets you do two things for one“. Im Video heißt es allerdings, die Unit „can’t attack you“. Der Kartentext ist breiter: Die Unit kann gar nicht angreifen, also auch nicht deine Units.
Zwei Fallen solltest du kennen. Du callst höchstens einmal pro Zug*12, darum spielst du Chrome Reverie vor dem normalen Call. Und sperrst du damit genau die Unit, die Mox Inciters zum Angriff zwingt, hebst du deine eigene Kombo auf. Der Zwang aus Mox setzt die Sperre nicht außer Kraft. Im Mono-Blue-Konsens steht Chrome Reverie in 83,1 Prozent der Listen. Randy Muir schreibt über BBG: „Expect chrome reverie turn 2 always“.
Pyramid Song (3 Kopien)
Pyramid Song ist mit Min-d4 dein Removal bis 4 Power, ohne ist es ein Kampftrick. Kosten 3, Braindance, Rare. Du wählst einen von zwei Effekten. Ist dein d4 ein Min Gig, bekommst du beide: Eine gegnerische Unit bekommt −4, danach bottom-deckst du eine gegnerische Unit mit 0 Power. Die Effekte laufen von oben nach unten.

„I don’t see why you would not want to run this.“ So Surgical Ninja, und die Builder sehen das genauso: 98,7 Prozent im Mono-Blue-Konsens und alle 16 Vergleichslisten.
Ohne Min-d4 entfernt Pyramid Song nur Units, die schon 0 Power haben, etwa Delamain, Evelyn Parker: Scheming Siren, Misty oder Secondhand Bombus. Mit Min-d4 ist es Removal bis 4 Power, angelegtes Gear eingerechnet.
Unlikely Bond (3 Kopien)
Unlikely Bond tauscht eine deiner bereiten Units gegen eine gespente gegnerische Unit, egal wie groß oder ausgerüstet. Kosten 4, kein Braindance. Du bottom-deckst zuerst eine eigene bereite Unit, dann eine gespente gegnerische. Deine Unit geht auch dann weg, wenn der Gegner keine gespente Unit hat. Das folgt aus dem Kartentext, die FAQ bestätigt es für den Fall, dass der Gegner gar keine Unit hat.
Surgical Ninja: „You could use those chippy units who aren’t doing anything to get rid of one of your rival units.“ Damit entfernst du auch eine 12-Power-Unit mit drei Gear, wenn zwei Bedingungen aus dem Kartentext erfüllt sind: Du hast eine eigene bereite Unit zum Opfern, und die gegnerische Unit ist gespent, etwa weil sie angegriffen hat. Ohne Bedingung schafft das nur Placide, Les Élémens nur, wenn die große Unit die einzige oder schwächste ist.
Spiel Bond vor deinem eigenen Angriff, weil deine Unit bereit sein muss. Das beste Opfer ist Mox Inciters: 2 Power, Job schon erledigt. Bond steht in 35,1 Prozent der Mono-Blue-Listen und in 5 der 16 Vergleichslisten, gehört also zu den Eigenheiten dieser Liste.
Les Élémens (3 Kopien)
Les Élémens entfernt die schwächste gegnerische Unit, und gegen eine einzelne Voltron-Unit ist das ein sicherer Treffer. Kosten 5, kein Braindance, verkaufbar. Bei Gleichstand wählst du, und spielen darfst du die Karte auch ohne gegnerische Unit.
Surgical Ninja bringt es auf den Punkt: „This is one of the hard counters to Voltron. … all those gear go with it.“ Bottom-decken nimmt alles mit, was an der Unit hängt*13.
Gegen breite Boards trifft die Karte das Kleinste, also oft das Falsche. Gegen viele kleine Units, etwa gegen BBG, ist Les Élémens darum Verkaufsfutter. Gegen Gear ist es ein Kernstück. Die Daten: 66,2 Prozent in Mono-Blue, 96,7 Prozent in den 30 BBG-Listen mit Hanako, Jackie und Judy.
Towerfall (3 Kopien)
Towerfall ist dein Board-Wipe bis 5 Power, wenn du weniger Street Cred hast als der Gegner. Street Cred ist die Summe deiner Gig-Werte. Kosten 6, Braindance, Epic. Du wählst einen von zwei Effekten. Hast du weniger Street Cred als ein Gegner*14, bekommst du beide: Alle gegnerischen Units bekommen −5, danach bottom-deckst du alle gegnerischen Units mit 0 Power.

Warum das alles bis 5 Power trifft: Negative Power zählt als 0*15. Eine Unit mit 4 Power steht nach −5 rechnerisch bei −1 und zählt damit als 0. Pyramid Song mit beiden Effekten trifft analog alles bis 4.
Surgical Ninja: „you need a board clear and this is our board clear … following this card up with a Placide, ooh, it is painful.“ Im Video heißt Towerfall an einer Stelle „this unit“; es ist ein Program.
Jackie senkt nebenbei deine eigene Street Cred. Min Gigs und Towerfall arbeiten darum in dieselbe Richtung. Bekommst du nur einen Effekt, nimm −5, wenn danach eigene Angriffe auf gespente Units folgen, und den Bottom-Deck-Effekt nur gegen Units, die schon 0 Power haben.
Towerfall steht in 94,8 Prozent der Mono-Blue-Listen, im Schnitt mit 2,42 Kopien. In den 30 BBG-Listen mit Hanako, Jackie und Judy sind es 63,3 Prozent. Die Karte ist nach der Judy-Unit der zweite Preistreiber: drei Kopien kosten bei Cardmarket mindestens 18,00 €.
Zehn Ketten tragen das Deck, und jede reißt an einer bestimmten Stelle
Wer die Ketten kennt, plant den Zug rückwärts, von der Bedingung aus, und sieht vorher, wo es reißt. Abgeleitet haben wir sie alle aus Kartentexten und FAQ.
Jackie, Min-d4, Pyramid Song doppelt
Jackie liegt offen, du spielst dein erstes Blue Unit, senkst den d4 um bis zu 2 und spielst Pyramid Song mit beiden Effekten. Für 3 €$ bekommst du Removal bis 4 Power, einen Judy-Buff und eine Karte, wenn Jackie den d4 wirklich auf 1 gesenkt hat.
Die Kette reißt, wenn der d4 noch nicht eingewürfelt oder gestohlen ist oder auf 4 steht, denn Jackie schafft nur 2. Sie reißt auch, wenn vor Jackies Aufdecken schon ein Blue Unit kam, wenn Hanako aus BBG den d4 wegtauscht oder wenn das Ziel mit Gear über 4 Power liegt.
Lizzy, Braindance aus dem Trash, Judy-Buff
Du spielst Lizzy und damit gratis Pyramid Song, Chrome Reverie oder Three Mouths aus dem Trash. Du bekommst den Programmeffekt, den Judy-Buff, einen 2-Power-Blocker und einen Jackie-Auslöser, wenn Lizzy dein erstes Blue Unit im Zug ist.
Sie reißt, wenn kein Program mit Kosten bis 3 im Trash oder auf der Hand liegt, wenn nur Reboot Optics da ist oder wenn Pyramid Song ohne Min-d4 nur −4 bringt.
Alt-Rabatt für einen billigen Towerfall
Du baust Min Gigs auf, spendest Alt und spielst Towerfall für 6 minus deine Min Gigs. Bei drei Min Gigs kostet Towerfall 3 €$, und du gewinnst netto 2 €$.
Sie reißt bei weniger als zwei Min Gigs (netto null oder Verlust) und wenn du Alt vor dem Jackie-Auslöser aktivierst, denn der Rabatt wird beim Aktivieren festgelegt. Offen ist, ob ein gratis gespieltes Program dazwischen, etwa Lizzys, den Rabatt verbraucht. Keine FAQ beantwortet das. Wir lesen es vorsichtig und spielen Lizzy vor Alt.
Alt-Rückholung für einen zweiten Towerfall
Du zahlst 1 €$, spendest Alt, spielst Towerfall aus dem Trash für volle 6 €$, danach geht er unter das Deck. Das ergibt einen zweiten Board-Wipe plus Judy-Buff. Du brauchst dafür 8 €$-Äquivalente (6 plus 1 plus Alt selbst), und deine Street Cred muss noch unter der des Gegners liegen.
Chrome Reverie mit Min Gig für einen Gratis-Call
Du spielst Chrome Reverie als erstes im Zug, sperrst einen Angreifer und callst gratis. Du sparst 1 €$ und hast die nächste Legend früher offen. Die Kette reißt, wenn du schon gecallt hast, kein Min Gig liegt, alle Legends offen sind oder die neue Legend Jackie ist und schon ein Blue Unit kam.
Mox, erzwungener Angriff, Unlikely Bond
Du spielst Mox. Im gegnerischen Zug muss eine Unit angreifen, Rita oder Lizzy blocken, Reboot Optics schützt. In deinem Zug ist diese Unit noch gespent, und du entfernst sie mit Unlikely Bond (Mox als Opfer) oder greifst sie mit Psycho Squad plus Judy-Buffs an. Der Gegner verliert eine Unit, ohne dass du Power-Schwellen erreichen musst.
Die Kette reißt, wenn die Unit laut Text nicht angreifen kann oder du sie mit Chrome Reverie gesperrt hast. Sie reißt auch, wenn der Gegner deine Gig-Zone angreift und kein Blocker bereit ist oder wenn Mox vor Unlikely Bond angegriffen hat und nicht mehr bereit ist.
Rita blockt, das Program kommt zurück
Rita blockt im gegnerischen Zug, zieht eine Karte und wirft ein Program ab. In deinem Zug spielt Alt oder Lizzy es aus dem Trash. Du filterst und hast ein Rückholziel. Sie reißt bei leerem Deck (das wäre der Verlust), wenn Alt nicht offen ist oder wenn das Program mehr als 3 kostet und Lizzy es nicht greifen kann.
Judy-Unit deckt gratis auf
Im Zug nach dem Ausspielen zahlst du 1 €$ und spendest Judy: Nothing to Doubt, deckst die oberste Karte auf und spielst sie gratis. Im Schnitt sparst du 3,2 €$, ein Towerfall oder Placide oben ist ein Wendepunkt. Sie reißt im Zug des Ausspielens (Lag) und wenn Placide kommt, ohne dass ein Program zum Abwerfen auf der Hand liegt. Bei leerem Deck darfst du sie laut FAQ aktivieren, es passiert aber nichts.
Pyramid Song und Towerfall gegen große Units
Erst Pyramid Song (−4, mit Min-d4 auch der Bottom-Deck-Effekt), dann Towerfall (−5, dann alle mit 0 Power unter das Deck). Zusammen verschwinden Units bis 9 Power, darunter Yorinobu Arasaka: Steel Dragon mit 9 und ein per Go Solo gespielter Adam Smasher: Ender of Legends mit 9, der dann aus dem Spiel ist. Die Kette kostet 9 €$, braucht niedrigere Street Cred und reißt, wenn das Ziel mit Gear über 9 liegt.
Placide greift an, der Blocker verschwindet
Placide greift die Gig-Zone des Gegners an, sein Angriffseffekt wirft ein Program ab und bottom-deckt den bereiten Blocker, dann stiehlt er mit 10 Power 2 Gigs. Sie reißt, wenn kein Program auf der Hand ist oder der Gegner zwei Blocker hat. Take Control aus Green nimmt einen der beiden Gigs weg. Chrome Fang (Red) schützt dann Gigs mit Wert über 10. Westbrook Netrunner wirkt nur gegen Legends, gegen Placide hilft er dem Gegner nicht.
Die BBR-Variante als Ausblick
Wenn du statt Judy: Nothing to Doubt lieber V: Streetkid spielst, öffnet sich eine andere Kette. V: Streetkid trasht beim Call drei Karten und holt dann ein beliebiges Braindance aus dem Trash auf die Hand, laut FAQ nicht nur aus den dreien, aber nur eins. Ziele sind die roten Braindances Bonnie and Clyde, Shattered Memories, Industrial Assembly und Carnage at the Colosseum. Delamain wird mit Judy-Buff von 0 auf 1 Power gehoben und stiehlt dann einen Gig. Der Preis ist das Blue-Limit 4 und damit der Verzicht auf die Judy-Unit.
Drei Züge mit Rechnung zeigen, wann das Deck kippt
Die Reihenfolge macht den Unterschied, und das lässt sich in €$ nachrechnen. Für alle drei Beispiele gilt: Du verkaufst jeden Zug eine Karte, immer ein Program, weil keine Unit verkaufbar ist. Deine Eddies entsprechen damit der Zugnummer. Alle drei Blue Legends zahlen je 1 €$, verdeckt oder offen. Die Gegnerkarten haben ihre echten Werte.
Zug 3 als Nachziehender: Towerfall nach Mox-Zwang gegen Red-Aggro
Der Gegner ist Startspieler mit Red-Red-Yellow und hat 6th Street Recruits (6 Power), Ruthless Lowlife (4) und Valentino Guerrera (4) liegen.
In deinem Zug 1 hast du 4 €$, einen Eddie und drei Legends. Du verkaufst Reboot Optics, callst mit dem Eddie und deckst Jackie auf. Danach spielst du Mox Inciters für 3 €$ mit den drei Legends. Jackie löst aus: Der d4 steht auf 3, minus 2 ergibt 1, Min Gig, eine Karte.
In Zug 2 hast du 5 €$. Du verkaufst Unlikely Bond, callst mit einem Eddie und deckst Judy auf, dann kommt die zweite Mox für 3 €$. Jackie löst aus, der d6 steht auf 4, minus 2 ergibt 2, kein Min Gig, keine Karte. Die zweite Mox zwingt 6th Street Recruits, im nächsten Zug anzugreifen. 1 €$ bleibt ungenutzt.
Im gegnerischen Zug 3 greift Recruits an, die erste Mox blockt und wird besiegt (2 gegen 6). Recruits ist jetzt gespent und bleibt es bis zum nächsten gegnerischen Zugbeginn.
Dein Zug 3 bringt 6 €$. Du verkaufst Les Élémens, das gegen Red-Aggro wenig bringt. Du würfelst den d8 ein, er zeigt 5. Deine Street Cred ist 1 plus 2 plus 5, also 8. Der Gegner hat drei Gigs mit 4, 6 und 5, also 15. Du liegst darunter und bekommst beide Effekte.
Towerfall kostet alle 6 €$. Alle gegnerischen Units bekommen −5: Recruits steht bei 1, Lowlife und Guerrera rechnerisch bei −1, was als 0 zählt. Der zweite Effekt schickt Lowlife und Guerrera unter das Deck. Judys Buff gibt der zweiten Mox +1, sie hat jetzt 3 Power. Judy ist dabei gespent. Dass der Buff trotzdem wirkt, ist unsere Lesart des Kartentexts, der keine Bedingung an Judys Ausrichtung stellt; eine FAQ bestätigt das nicht. Die Mox liegt seit Zug 2 und hat kein Lag mehr. Sie greift die gespente Recruits an, 3 gegen 1, Recruits ist besiegt.
Ergebnis: Das gegnerische Board ist leer, du hast 6 €$ für drei Units bezahlt und eine Mox als Preis.
Wo es kippt: Bei gleicher oder höherer Street Cred gibt es nur einen Effekt. Dann nimmst du −5 und gehst mit Mox auf die gespente Recruits, Lowlife und Guerrera bleiben liegen. Hätte die zweite Mox den Angriff nicht erzwungen, wäre Recruits in deinem Zug 3 bereit und kein Angriffsziel. Die erste Mox aus Zug 1 erzwingt den Angriff im gegnerischen Zug 2, das nützt dir erst in deinem Zug 2. Der Zwang muss also im Zug direkt vor dem Towerfall-Zug kommen.
Zur Street Cred: Jackies zwei Senkungen haben deine Street Cred um 4 gedrückt. Ohne sie wären es 12 statt 8, gegen 15 hätte es trotzdem gereicht. Gegen einen Gegner mit niedrigen Würfen entscheiden genau diese 4 Punkte.
Zug 5: Wert-Zug mit Judy: Nothing to Doubt gegen ein BBG-artiges Board
Die Judy-Unit liegt seit Zug 4 und hat kein Lag mehr, Psycho Squad liegt daneben. Alle drei Legends sind offen, dein d4 steht auf 1. Der Gegner hat eine 4-Power-Unit und Yorinobu Arasaka: Steel Dragon mit 9 Power. Du hast 8 €$, fünf Eddies und drei Legends.
Du verkaufst Reboot Optics. Dann spendest du die Judy-Legend und trashst die oberste Karte, es ist Pyramid Song, und der geht auf die Hand. Judy fällt als Zahlmittel weg, 7 €$ bleiben.
Jetzt aktivierst du Judy: Nothing to Doubt für 1 €$ und Spend. Aufgedeckt wird Placide, den du gratis spielst. Jackie löst aus, weil Placide dein erstes Blue Unit im Zug ist: d8 von 3 auf 1, Min Gig, eine Karte. Placide wirft Unlikely Bond ab und schickt Yorinobu unter das Deck. 6 €$ bleiben.
Pyramid Song kostet 3 €$. Dein d4 ist minimal, du bekommst beide Effekte, die 4-Power-Unit fällt auf 0 und geht unter das Deck. Nach unserer Lesart wirkt Judys Buff auch bei gespendeter Judy und hebt Psycho Squad auf 7. Danach spielst du Three Mouths für 2 €$. Mit zwei Min Gigs (d4 und d8) nimmst du alle drei Karten auf die Hand, der Buff hebt Psycho Squad auf 8. Psycho Squad greift die Gig-Zone des Gegners an und holt einen Gig. Placide hat Lag und bleibt stehen.
Bilanz: 7 deiner 8 €$-Äquivalente sind genutzt, 1 €$ bleibt. Zwei gegnerische Units sind weg, du hast drei Karten aus Three Mouths, eine von Jackie und eine über Judys Spend (Pyramid Song, sofort gespielt), und ein Gig ist gestohlen.
Wo es kippt: Deckt die Judy-Unit Mox Inciters auf, bekommst du Mox gratis (3 €$ Wert und ein Jackie-Auslöser), aber kein Removal für Yorinobu. Deckt sie Placide auf und du hast kein Program auf der Hand, kommt Placide ohne Effekt. Und hättest du Three Mouths vor Placide gespielt, hätte Jackie den d8 noch nicht gesenkt, und Three Mouths hätte nur zwei Karten gebracht. Unit vor Programs zahlt sich hier aus.
Zug 6: Lizzy vor Alt, dann Towerfall für 3
Pyramid Song liegt im Trash. Alle sechs Würfel liegen: d4 auf 1, d6 auf 1 (so gewürfelt), d8 auf 3, d10 auf 6, d12 auf 9, d20 auf 12. Deine Street Cred ist 32, die des Gegners 38. Alle Legends sind offen, du hast 9 €$.
Du spielst Lizzy Wizzy für 5 €$ mit fünf Eddies. Jetzt warten zwei Effekte, der von Jackie und der von Lizzy, und weil beide dir gehören, bestimmst du die Reihenfolge. Jackie zuerst: d8 von 3 auf 1, Min Gig, eine Karte. Dann Lizzy: Pyramid Song gratis aus dem Trash, d4 minimal, beide Effekte, eine 4-Power-Unit geht unter das gegnerische Deck, Pyramid Song unter deins. Judys Buff geht auf Lizzy.
Jetzt spendest du Alt. Du hast drei Min Gigs (d4, d6, d8), also kostet das nächste Program 3 weniger, festgelegt in diesem Moment. Towerfall kostet 6 minus 3, also 3 €$, bezahlt mit einem Eddie, Jackie und Judy. Deine Street Cred ist jetzt 1 plus 1 plus 1 plus 6 plus 9 plus 12, also 30 gegen 38: beide Effekte. Judys Buff greift noch einmal, auch hier trotz Spend.
Bilanz: 5 plus 3 ergibt 8 €$ bezahlt, Alt gespent, alle 9 genutzt. Ohne Alt hätte der Zug 11 €$ gekostet.
Wo es kippt: Aktivierst du Alt vor Lizzy, zählt Alt nur zwei Min Gigs, weil der d8 noch auf 3 steht, und der Rabatt könnte am Gratis-Pyramid hängen bleiben. Ist der d4 nicht minimal, entfernt Pyramid Song nur Units mit 0 Power. Hat der Gegner vorher deinen d20 gestohlen, sinkt deine Street Cred weiter, und das hilft Towerfall sogar.
Sieben von zehn Starthänden sind behaltbar
Behalten oder zurückschicken: Bei dieser Entscheidung helfen die Prozente unten, und sie zeigen auch, was ein Mulligan bringt. Erst die Regeln: sechs Karten, höchstens ein Mulligan, die ganze Hand geht zurück, mischen, sechs neue, ohne Kartenverlust. Der Startspieler entscheidet zuerst, der Nachziehende sieht diese Entscheidung. Die Turnierregeln sagen es wörtlich: „Players may only mulligan once per game.“
Die Zahlen haben wir hypergeometrisch für 40 Karten gerechnet.
- Mindestens ein Unit mit Kosten bis 4 (Mox, Psycho Squad, Rita, zusammen 8 Karten): 76,4 Prozent.
- Mindestens ein Braindance (12 Karten): 90,2 Prozent.
- Mindestens zwei Programs: 92,9 Prozent, mindestens drei: 71,7 Prozent.
- Kein Unit: 1,41 Prozent. Kein Program: 0,71 Prozent. Höchstens ein Program: 7,1 Prozent.
- Drei oder mehr Units mit Kosten ab 5 (11 Karten): 19,6 Prozent.
Unsere Behalte-Regel: mindestens ein Unit bis Kosten 4 und mindestens zwei Programs, eins zum Verkaufen und eins zum Spielen. Das trifft auf 69,6 Prozent der Starthände zu. Wenn du jede andere Hand mulliganst und die zweite behältst, landest du in 69,6 plus 30,4 mal 69,6 Prozent der Fälle bei so einer Hand, das sind 90,8 Prozent.
Strenger geht es mit zusätzlich einem Braindance. Dann sind es 64,1 Prozent bei der ersten Hand und 87,1 Prozent nach Mulligan.
Was eine Hand gut oder schlecht macht, hängt am Verkaufsfutter. Zwei Units und vier Braindances zwingen dich in Zug 1, ein Braindance zu verkaufen. Als Startspieler hast du in Zug 1 nur 2 €$; eine Hand ohne 2-Kosten-Karte macht dann nur einen Call oder nichts, und das ist kein Grund für einen Mulligan. Als Nachziehender ist Mox oder Rita für Zug 1 wertvoller, weil du 4 €$ hast.
Gegen Red-Aggro brauchst du eine frühe Unit. Gegen BBG und im Spiegel sind Three Mouths oder Chrome Reverie plus späte Karten haltbar.
Bis zu deinem eigenen Zug 3 hast du neun Karten gesehen, egal ob du anfängst oder nachziehst. Auch der Startspieler zieht in Zug 1, die Regeln kennen dafür keine Ausnahme. Mit diesen neun Karten liegt die Chance auf mindestens einen Towerfall bei 54,5 Prozent, auf mindestens eine Judy-Unit ebenfalls bei 54,5 Prozent, auf eins von beiden bei 80,8 Prozent und auf Placide bei 40,4 Prozent. Hast du eine Zusatzkarte gezogen, etwa über Jackie oder Rita, sind es bei zehn Karten 58,9 Prozent für Towerfall, 84,5 Prozent für eins von beiden und 44,2 Prozent für Placide.
Gegen BBG entscheidet der d4, gegen Gear die Power-Schwelle
Vier Decks triffst du ständig. Zu jedem steht hier, worauf es ankommt und was rein- und rausgeht.
Gegen BBG
Gegen BBG gewinnst du über die Gig-Werte, nicht über die Kartenzahl. BBG spielt kleine Units: Jacked-In Voodoo Boy mit 2 Power, Delamain mit 0, Lizzy mit 2, Maman mit 3. Towerfall mit beiden Effekten räumt fast alles, und Pyramid Song entfernt Delamain schon ohne Min-d4.
Der Kern des Matchups ist Hanako. Ihr Spend tauscht einen eigenen Gig gegen einen gegnerischen; laut FAQ ist das kein Stehlen, und Hanako wählt beide Würfel. BBG kann also deinen Min-d4 gegen einen hohen Gig tauschen. Das nimmt Pyramid Song die zweite Hälfte und hebt deine Street Cred, was Towerfall ebenfalls die zweite Hälfte nimmt.
Rechne auch mit Take Control aus Green. Die Karte nimmt einem Angriff einen gestohlenen Gig weg. Placide holt dann nur noch einen, und Angreifer unter 10 Power wie Psycho Squad oder die Judy-Unit stehlen gar nichts.
Die Unterschiede zwischen den Decks siehst du an den Builder-Daten (BBG mit genau Hanako, Jackie und Judy, 30 Listen, gegen alle 77 Mono-Blue-Judy-Listen):
| Karte | BBG (Hanako, Jackie, Judy) | Mono-Blue-Judy |
|---|---|---|
| Peace Offering | 100 % | 0 % (Green) |
| Memory Relapse | 86,7 % | 0 % (Green) |
| Jacked-In Voodoo Boy | 86,7 % | 40,3 % |
| Delamain: Rideshare AI | 80,0 % | 39,0 % |
| Les Élémens | 96,7 % | 66,2 % |
| Towerfall | 63,3 % | 94,8 % |
| Rita Wheeler | 3,3 % | 67,5 % |
| Judy: Nothing to Doubt | 0 % | 80,5 % |
Unsere Lesart: BBG kommt über Hanako („draw 1 for each friendly value-pair of Gigs“) und Peace Offering an Karten, Mono-Blue über Judys Spend, die Judy-Unit, Rita und Jackie. BBG spielt kleine Tempo-Units, Mono-Blue größere Körper und Blocker: Rita mit 4, Psycho Squad und Judy-Unit mit 6, Placide mit 10. Die Grenze bei 6 Power zählt, weil Towerfall alles bis 5 abräumt. Judy-Unit und Psycho Squad überleben beides, Placide sowieso, während BBGs Units fast alle unter 5 liegen. Randy Muir schreibt dazu: „Towerfall is ubiquitous, playing units under 5 power is a disadvantage in the current meta.“
Warum BBG seltener Towerfall spielt, können wir nur vermuten. Hanakos Tausch und Peace Offering arbeiten mit Wertepaaren, Towerfall will weniger Street Cred als der Gegner. Die Kartentexte stehen sich nicht direkt im Weg.
BBGs Les Élémens trifft deine schwächste Unit. Mox und Lizzy schützen damit die Judy-Unit und Placide. BBGs Maman trifft die Judy-Unit, weil sie kein Gear trägt; BBGs Pyramid Song und Towerfall treffen sie einzeln nicht. Memory Relapse, in 86,7 Prozent der 30 BBG-Listen mit Hanako, Jackie und Judy, spendet eine deiner Units bis zum nächsten gegnerischen Zug: Ein Blocker fällt aus, und die gespente Unit wird angreifbar.
RareTotem rät, gegen BBG lieber anzufangen, und behauptet: „This deck has an overwhelmingly high win rate percentage when going first“. Eine Zahl oder Quelle dafür nennt RareTotem nicht. Als Mirror-Tech für BBG nennt RareTotem Adrenaline, Modded Kusanagi und Valentino Street Racer. Randy Muir warnt vor einer Overtime-Falle: „If a BBG player enters turn 7 near the Gig threshold, they can trigger an immediate win condition going into overtime“.
Unser Sideboard-Vorschlag gegen BBG: zwei Modded Kusanagi und ein Placide rein, zwei Reboot Optics und eine Mox raus. Kusanagi hat {Adrenaline}, darf also trotz Lag angreifen, kommt mit 8 Power, greift sofort an und geht am Zugende auf die Hand zurück. BBGs Removal läuft fast nur im eigenen Zug, und dann liegt Kusanagi nicht auf dem Feld. Jedes erneute Ausspielen löst Jackie aus. Reboot Optics hat gegen ein Deck mit wenig Kampf wenig Ziele.
Gegen River-Ward-Gear
Gegen Gear entscheidet eine Frage, nämlich welche Removal-Karte die Gear-Power überhaupt erreicht. Unser Gear-Guide zu „River’s Closet“ beschreibt das Deck; die Power-Werte der River-Units findest du dort. Die Serienregel lautet: Gear-Power zählt mit*16.
River Ward selbst hat diesen Text: „{Quick} {Spend} Play a Gear with cost 2 or less from your hand for free. When a friendly equipped Unit is defeated, search the top 2 cards of your deck and trash 1.“ Das Yellow-Gear im Pool reicht von Mandibular Upgrade (0 Power, Blocker) über Kiroshi Optics (1) und Zetatech Faceplate (2) bis zu Adrenaline Converter, Gorilla Arms und The Relic (je 3).
Deine Schwellen: Pyramid Song doppelt entfernt bis 4 Power gesamt, Towerfall doppelt bis 5, beide zusammen bis 9. Eine Unit mit 10 oder mehr Power stiehlt 2 Gigs. Maman Brigitte trifft keine ausgerüstete Unit.
Greif keine River-Unit an, solange River Ward noch bereit ist. River kann mit {Quick} als Reaktion auf deinen Angriff gratis Gear an die verteidigende Unit legen, auch an eine ohne Gear, und sie im Kampf größer machen. Pyramid Song und Towerfall spielst du dagegen in deiner Main Phase, dem Hauptteil deines Zuges, und auf ein Program kann River nicht mit {Quick} antworten*17. Daraus folgt: Removal vor dem Angriff, und kein Angriff, solange River bereit ist.
Jede Größe entfernen drei Karten: Placide immer, Les Élémens gegen eine einzelne Voltron-Unit und Unlikely Bond, wenn die Unit nach ihrem Angriff gespent ist und du eine eigene bereite Unit opferst. Und Bottom-Deck ist kein „defeat“. Rivers Auslöser „When a friendly equipped Unit is defeated …“ greift darum nicht, genauso wenig The Relic („{Defeated} Play another Unit … from your trash“), Screw („{Defeated} Add another Unit …“) oder Caliber („{Defeated} A Rival discards 1“).
Sideboard gegen Gear: ein Placide und ein Modded Kusanagi rein, zwei Maman Brigitte raus. Echtes Gear-Removal fehlt Blue, Detonate und Heywood Ripperdoc sind nicht Blue.
Gegen Red-Aggro mit Adam Smasher und V
Gegen Rot geht es darum, welche roten Karten genau deine Blocker umhauen. Bonnie and Clyde ist ein rotes Braindance für 3: „Defeat a rival Unit with power 4 or less. You may defeat 2 instead if a Rival controls at least 2 Gigs more than you.“ Das trifft Mox, Rita, Lizzy und Maman. Royce: Don’t Call Me Simon trifft Units bis 2 Power, mit mehr Street Cred bis 3. Yorinobu Arasaka: Steel Dragon hat 9 Power und spielt eine Unit bis Kosten 4 gratis, die sofort Units angreifen darf.
Adam Smasher: Ender of Legends kommt per Go Solo, also als Legend direkt aufs Feld, für 9 €$ mit 9 Power, greift sofort an und löst seinen Play-Effekt aus. Gegen diesen ersten Angriff hilft dir nur, was im gegnerischen Zug geht: ein bereiter Blocker wie Mox, Rita oder Lizzy und Reboot Optics mit {Quick}, damit Smasher deinen Blocker im Kampf nicht besiegt. Westbrook Netrunner wirkt nur, wenn du ihn schon im eigenen Zug davor gespielt hast. Chrome Reverie hat kein {Quick} und kommt darum erst in deinem nächsten Zug, dann hält die Karte Smasher bis zu deinem übernächsten Zug vom Angreifen ab. Ebenfalls erst in deinem Zug wirken Placide oder Les Élémens, die ihn als Legend beim Bottom-Deck aus dem Spiel entfernen, Pyramid Song plus Towerfall und Unlikely Bond, solange er von seinem Angriff noch gespent ist.
Das Tempo-Problem bleibt. Towerfall kommt frühestens in Zug 3, Placide in Zug 5. Die Züge 1 bis 3 musst du mit Mox, Rita, Psycho Squad und Reboot Optics überbrücken.
Zwei Meinungen aus BBG-Sicht helfen trotzdem. RareTotem hält Red-Decks mit Yorinobu und Bonnie and Clyde gegen BBG für stark; die Argumente (kleine Units, Tempo) treffen die Referenzliste teilweise auch. Randy Muir schreibt für BBG gegen Red-Red-Yellow, wenn BBG die Züge 1 bis 4 überlebe und alle großen Bedrohungen von Red-Red-Yellow zurückschicke, kippe das Match deutlich zugunsten von BBG.
Sideboard gegen Rot: zwei Westbrook Netrunner und zwei Floor It rein, zwei Maman Brigitte und zwei Mox raus. Westbrook Netrunner kostet 4, hat 5 Power und den Text „Until your next turn, rival Legends can’t steal friendly Gigs with value less than their power.“ Gegen Smasher mit 9 Power heißt das: Alle deine Gigs unter 9 sind geschützt, laut FAQ auch dann, wenn Westbrook vorher besiegt wird. Floor It kostet 1, hat {Quick}, gibt −1 und eine Karte und ist verkaufbar. Gegen einen 5-Power-Angreifer bringt Floor It Rita auf Gleichstand. Bei Gleichstand verlieren beide Units, Rita stirbt also, nimmt den Angreifer aber mit.
Im Spiegel
Im Spiegel entscheiden die Street Cred und Placide, nicht die Kartenzahl. Beide Seiten wollen weniger Street Cred als der Gegner. Wer mehr Gigs stiehlt, verliert die Towerfall-Bedingung, und darum stiehlst du Gigs mit niedrigem Wert, wenn Towerfall droht.
Judy-Unit und Placide überleben gegnerische Pyramid Songs und Towerfalls. Entscheidend sind Les Élémens, Placide, Unlikely Bond und Maman. Les Élémens trifft die kleinste Unit, also nie die Judy-Unit, solange Mox oder Lizzy liegen.
Lange Spiegel enden in Overtime. Die beginnt nach zwei Zügen, in denen beide Spieler mit leerem Fixer-Bereich starten, also ohne ungewürfelte Gig-Würfel, meist nach je sieben Zügen. Dann gewinnst du sofort mit 7 Gigs*18. Placide stiehlt 2 Gigs pro Treffer und beendet einen Spiegel in Overtime.
Sideboard im Spiegel: zwei Modded Kusanagi und ein Placide rein, zwei Mox und ein Reboot Optics raus.
Das Sideboard fehlt, sieben Karten füllen die Lücke
Ein Sideboard hat die Referenzliste nicht. Für den Showdown, bei dem eine Decklist laut Turnierregeln nicht Pflicht, aber ausdrücklich erwünscht ist, haben wir deshalb sieben Karten zusammengestellt. Im Turnier sind es genau sieben Karten, nur Main-Deck-Karten und keine Legends, du tauschst eins zu eins.
| Anzahl | Karte | RAM | Wofür |
|---|---|---|---|
| 2 | Modded Kusanagi | 2 | BBG, Spiegel, Gear |
| 2 | Westbrook Netrunner | 2 | Red-Aggro, Adam Smasher |
| 2 | Floor It | 1 | Red-Aggro |
| 1 | Placide: Voodoo Sentinel | 2 | Gear, BBG, Spiegel |
| Gegner | Rein | Raus |
|---|---|---|
| BBG | 2 Modded Kusanagi, 1 Placide | 2 Reboot Optics, 1 Mox Inciters |
| River-Ward-Gear | 1 Placide, 1 Modded Kusanagi | 2 Maman Brigitte |
| Red-Aggro | 2 Westbrook Netrunner, 2 Floor It | 2 Maman Brigitte, 2 Mox Inciters |
| Spiegel | 2 Modded Kusanagi, 1 Placide | 2 Mox Inciters, 1 Reboot Optics |
Der Abgleich mit anderen Listen stützt die Auswahl. Vier Vergleichslisten auf netdeck haben ein Sideboard, das wir prüfen konnten. Lash101 spielt 2 Westbrook, 1 Maman, 1 Placide, 2 Reboot Optics und 1 Unlikely Bond. Morsdraconis setzt auf 3 Maman, 3 Kusanagi und 1 Placide. Sean hat 2 Westbrook, 2 Lizzy und 3 Les Élémens. Soul spielt BBR und hat 2 Psycho Squad, 2 Johnny Silverhand und 3 Detonate. Westbrook und Placide stehen jeweils in zwei dieser Sideboards, Kusanagi bei morsdraconis gleich dreimal.
Was die anderen 16 Listen anders machen
Beim Anpassen der Main-Liste hilft der Vergleich mit 16 anderen Listen, denn da sieht man, wo die Referenz aus der Reihe tanzt. Die Auswahl und die Zählung stammen aus unserer eigenen Recherche auf netdeck und ExBurst. Darunter sind „Ghost in the Shell Blue“ von DanteMM, „Triple B – Mox Runners“ von Lash101 und die Listen von morsdraconis, Sean und Soul. Neun der 16 Listen sind Mono-Blue. Stand der Zählung: 14. Oktober 2026.
| Karte | In wie vielen der 16 Listen |
|---|---|
| Trust No One | 16 (zusammen 48 Kopien) |
| Three Mouths, One Desire | 16 (46 Kopien) |
| Pyramid Song | 16 (46 Kopien) |
| Chrome Reverie | 16 (40 Kopien) |
| Towerfall | 15 |
| Lizzy Wizzy | 14 |
| Maman Brigitte, Nocturne OP55 N1, Les Élémens | je 13 |
| Placide | 12 |
| Floor It | 10 |
| Rita Wheeler, MT0D12 Flathead, Jacked-In Voodoo Boy | je 8 |
| Judy: Nothing to Doubt | 7 (7 von 9 Mono-Blue) |
| NetWatch Netdriver, Delamain: Rideshare AI | je 7 |
| Unlikely Bond | 5 |
| Psycho Squad | 4 |
| Reboot Optics, Mox Inciters | je 3 |
Die letzten vier Zeilen sind die Eigenheiten der Referenzliste. Im breiteren Mono-Blue-Konsens mit 77 Listen sind Reboot Optics und Rita mit je 67,5 Prozent dagegen häufig. Die 16 Vergleichslisten sind keine Zufallsstichprobe, lies die Zahlen als Richtung.
„Ghost in the Shell Blue“ von DanteMM weicht so ab: plus drei Trust No One, drei Nocturne, drei Netdriver, drei Hacked Corpo, drei Flathead, zwei Floor It und ein Placide; minus drei Reboot Optics, zwei Psycho Squad und je eine Mox, Les Élémens und Unlikely Bond. DanteMM spielt damit 50 Karten.
Die Flex-Kandidaten
Ganz oben auf unserer Änderungsliste steht Trust No One. Die Karte kostet 1, ist ein Braindance und hat den Text „Decrease a Gig by up to 3. Then, if you control a min Gig, draw 1.“ Sie steht in 87,0 Prozent der 77 Mono-Blue-Listen und in allen 16 Vergleichslisten. Sie macht einen beliebigen Würfel zum Min Gig, triggert Judy und zieht eine Karte. Damit werden Alt, Pyramid Song, Chrome Reverie und Three Mouths verlässlich. Raus gehen dafür die drei Reboot Optics.
MT0D12 Flathead kostet 5 und hat 7 Power. Die Karte ist unblockbar, wenn du weniger Street Cred hast, also unter derselben Bedingung wie Towerfall. Sie ist die einzige verkaufbare Blue Unit und überlebt Towerfall. Raus dafür: eine oder zwei Maman.
NetWatch Netdriver ist ein Gear für 3. An die Judy-Legend gelegt, zieht jeder Judy-Spend eine Karte zusätzlich, laut FAQ erst Judys Effekt, dann das Ziehen. Als Blue Gear löst Netdriver auch Jackie aus, und an der Legend ist das Gear vor Bottom-Deck-Removal sicher. Die Referenzliste spielt kein Gear.
Nocturne OP55 N1 kostet 3, bei leerem Fixer-Bereich nur 1, und einer der drei wählbaren Modi zieht zwei Karten. Die 1 €$ sind laut FAQ Pflicht. Ein Braindance ist Nocturne nicht. Floor It ist billig, verkaufbar und eine Reaktion im gegnerischen Zug. Delamain zieht zwei Pflichtkarten und wird mit Judy-Buff ein 1-Power-Angreifer, ist für den Gegner aber ein Pyramid-Song-Ziel mit 0 Power.
Für die Partner-Wahl hilft dir RareTotems Tier-Liste nur allgemein. Sie bewertet die Legends ohne Bezug auf Judy: V: Corporate Exile als „solid A tier“, Wakako als „C tier“, Sasha als „the worst legend in the game currently“. Im BBG-Video sieht RareTotem V in Program-Decks sogar kritisch, sie „lacks the synergy with the rest of the legends“. Ohne Jackie fehlt der Liste die einzige Karte, die Gigs gezielt auf 1 drückt; Wakako senkt einen Gig nur um bis zu 2. Alt mit V: Corporate Exile verlangt darum Trust No One im Main.
Die häufigsten Fehler kosten jeweils eine Karte oder einen Zug
Wie oft diese Fehler in der Praxis passieren, können wir nicht belegen. Sortiert sind sie darum danach, wie weh sie tun.
Du spielst erst ein Unit und callst danach. Ist die gecallte Legend Jackie, löst Jackie für das schon gespielte Unit nicht mehr aus. Ebenso teuer: Du drehst beim Call eine gespente verdeckte Legend um, obwohl noch eine bereite da ist. Ist es Judy oder Alt, liegt sie gespent offen, und der Spend kommt erst im nächsten Zug. Welche verdeckte Karte du umdrehst, wählst du selbst.
Du aktivierst Alt mit nur einem Min Gig. Netto ist das null, und mit Lizzys Gratis-Program dazwischen ist der Rabatt möglicherweise ganz verloren.
Du spielst Towerfall bei gleicher Street Cred und bekommst nur einen Effekt. Rechne vorher nach. Ein Unit vorweg kann über Jackie deine Street Cred noch senken.
Du hast den Min Gig auf dem d6 und spielst Pyramid Song. Die Karte verlangt den d4, also bekommst du nur einen Effekt. Würfel den d4 zuerst ein.
Chrome Reverie nach dem normalen Call verschenkt den Gratis-Call, weil du pro Zug nur einmal callst.
Ein Braindance verkaufen und Reboot Optics behalten ist genau verkehrt herum. Jedes verkaufte Braindance ist ein Judy-Buff weniger.
Unlikely Bond gehört vor den Angriff. Danach ist deine Unit gespent, und Bond kann sie nicht opfern.
Du spielst Maman Brigitte mit nur einem Program auf der Hand oder gegen eine ausgerüstete Unit, und es passiert nichts. Dasselbe gilt für Placide ohne Program auf der Hand: kein Removal, weder beim Ausspielen noch beim Angriff.
Du spielst Braindances ohne eigene Unit auf dem Feld. Der Buff braucht eine Unit, Judy selbst zählt nicht. Und wer die Judy-Unit im selben Zug aktivieren will, scheitert am Lag.
Alle Blocker in den Angriff zu schicken, rächt sich. Mox, Rita und Lizzy sind deine Verteidigung, und Judys Buff hilft dir im gegnerischen Zug nicht.
Sperrst du das Mox-Ziel mit Chrome Reverie, fällt der erzwungene Angriff weg.
Du nutzt Judys Spend ohne Nachdenken. Bei vollem Deck trasht er zu 47,5 Prozent eine Unit, und Units kommen in dieser Liste nicht zurück. Vor allem solange Placide noch fehlt, ist der Spend ein Risiko.
Bleibt das Deck selbst. Rita und Judys Spend kosten Deckkarten, und mit leerem Deck verlierst du beim Spend von Rita sofort.
Gegen Mono-Blue-Judy gewinnt, wer über 5 Power baut und die richtigen Gigs stiehlt
Sitzt du auf der anderen Seite des Tischs, bringt dir Kartentext mehr als Bauchgefühl.
Spiel Units mit 6 oder mehr Power. Towerfall trifft bis 5, Pyramid Song bis 4, und Gear zählt mit. Ausgerüstete Units machen Maman Brigitte nutzlos, Les Élémens, Placide und Unlikely Bond bleiben aber gefährlich. Geh lieber breit als mit einer einzelnen großen Unit, denn Les Élémens trifft nur die schwächste, Placide und Maman nur eine.
Stiehl die niedrigen Gigs, wenn Towerfall droht. Du suchst dir als Angreifer aus, welche Gigs du nimmst*19. Ein gestohlener Min-d4 nimmt Pyramid Song die zweite Hälfte und verschiebt die Street Cred nur um 1 auf jeder Seite. Ein gestohlener hoher Gig senkt dagegen die Street Cred der Judy-Seite stark und macht Towerfall leichter. Halt deine eigene Street Cred niedrig, wenn du Gig-Manipulation hast. Schon ein Gleichstand drückt Towerfall auf einen Effekt.
Mach früh Druck. Als Startspieler hat Mono-Blue-Judy in Zug 1 nur 2 €$, Towerfall kommt frühestens in Zug 3, Placide in Zug 5. RareTotem rät gegen BBG zum Anfangen; ob das gegen Mono-Blue auch gilt, belegt niemand.
Nimm Defeat-Removal für die Blocker. Bonnie and Clyde trifft Mox, Rita, Lizzy und Maman, und liegt die Judy-Seite mit mindestens 2 Gigs vorn, gleich zwei davon. Greif eine blockbereite Rita nicht ohne Plan an, denn sie zieht beim Block und wirft ein Program in den Trash, und das ist Futter für Alt und Lizzy.
Units, die auf die Hand zurückgehen, wie Modded Kusanagi, sind im Zug der Judy-Seite nicht angreifbar. Chrome Fang aus Red („rival Units can’t steal friendly Gigs with value higher than their power“) schützt gegen kleine Angreifer fast alle Gigs, gegen Placide mit 10 Power nur Werte über 10.
Und denk an die Uhr. Kontrolldecks spielen langsam. Bei Round-End gewinnt, wer 7 Gigs hat. Sonst endet das Spiel im Swiss, der Vorrunde mit Paarungen nach Punktestand, unentschieden, egal wer vorne liegt. Nur im K.-o.-System (Single-Elimination) gewinnt, wer mehr Gigs hat.
Im Turnier zählt am Ende die Gig-Zahl, nicht der Kartenvorteil
Vor dem ersten Brawl oder Showdown solltest du zwei Dinge klären: was du abgibst und wie eine Runde endet. Grundlage sind die offiziellen Turnierregeln in der Fassung vom 25. September 2026.
Die Events im Laden laufen unter dem Namen Night City Gauntlet: Pre-Release, Brawls und Showdowns. Gespielt wird Best-of-Three (Bo3, wer zwei Spiele gewinnt, holt das Match) mit 50 Minuten oder Best-of-One (Bo1, ein Spiel) mit 30 Minuten plus 3 Minuten Pre-Sideboarding. Im Bo3 hast du zwischen den Spielen 2 Minuten zum Sideboarden. Im kompetitiven Bo1 deckt ihr vor dem Pre-Sideboarding eure Legends gegenseitig auf, du weißt also, gegen welche Legends du sideboardest. Das schnelle Bo1 hat kein Sideboard.
Decklisten sind auf Competition-Level Pflicht und laufen über die Turnierplattform Melee.gg: Name, ID, genau drei Legends, 40 bis 50 Karten im Main und sieben im Sideboard. Bei Showdowns sind sie „not required but highly encouraged“, der Veranstalter kann sie verlangen.
Der Ablauf: Zufall bestimmt, wer wählt; in den K.-o.-Runden des Top Cuts wählt der höher Gesetzte. Der Gegner mischt deine Legends, sie werden verdeckt von links nach rechts gelegt. Ein Mulligan pro Spiel. Wer das vorige Spiel verloren hat, wählt den Startspieler. Nach dem Match werden alle Legends aufgedeckt.
Round-End ist etwas anderes als Overtime im Spiel. Ist die Rundenzeit um, beendet ihr den laufenden Zug und spielt dann je einen vollen Zug, zusammen höchstens 5 Minuten. Wer danach 7 oder mehr Gigs hat, gewinnt, sonst endet das Spiel unentschieden. Läuft die Zeit während einer Overtime ab, gibt es 5 Minuten Overtime, dann ein Unentschieden. Im Single-Elimination wird weitergespielt, bis einer mehr Gigs hat.
Für ein Kontrolldeck ist das eine echte Grenze. Ein Bo3 in 50 Minuten mit Towerfall-Zügen und Judy-Topdecks kann knapp werden. Wenn du im Round-End Placide angreifen lassen kannst, holst du 2 Gigs.
Drei Karten machen fast den ganzen Preis
Wohin das Geld fließt, ist schnell erklärt. Warum die Summe nur eine Untergrenze ist, braucht etwas länger. Alle Preise stammen aus dem Cardmarket-Preisguide, Stand 14. Oktober 2026.
Die Summe der niedrigsten Angebote je Karte liegt für die Referenzliste bei 54,45 €, der Trend derselben Produkte bei 83,45 €. Davon entfallen 53,30 € auf drei Karten.
- Judy Álvarez: Nothing to Doubt: niedrigstes Angebot 9,50 €, Foil-Trend 13,21 €, drei Kopien 28,50 €. Der Alternativdruck liegt bei mindestens 800 €.
- Towerfall: niedrigstes Angebot 6,00 €, Trend 9,99 €, drei Kopien 18,00 €. Der Alternativdruck startet bei 23 €.
- Jackie Welles: Pour One Out For Me aus dem Heist-Beta-Starter: niedrigstes Angebot 6,80 €.
Die Judy-Legend gibt es ab 0,20 €, den Alternativdruck ab 270 €. Alt startet bei 0,18 €.
Vier Einschränkungen gehören zu diesen Zahlen. Cardmarket führt Cyberpunk-Einzelkarten bisher nur für die Beta und für Starter, Pre-Release, Demo und Alpha-Kit; Einzelkarten aus dem Retail-Set gibt es dort noch nicht, nur versiegelte Produkte. Bei Rares, Epics und Secrets steht oft nur ein Foil-Preis im Guide, das betrifft Alt, die Judy-Legend, Lizzy, Placide, Pyramid Song und die Judy-Unit. Der Preisguide trennt nicht nach Sprache, deutsche und englische Karten laufen also zusammen. Und Angebote ab 0,02 € sind einzelne Angebote am unteren Rand, die nichts darüber sagen, ob du drei Kopien zu dem Preis bekommst.
Die günstigen Beta-Drucke darfst du im Turnier spielen. Alle Tiefstpreise oben stammen aus der Beta oder dem Beta-Starter, und Beta-Karten sind laut Turnierregeln turnierlegal, laut Anhang B wohl auch die Beta-Starter*20.
Versiegelt kostet die Retail Booster Box ab 100 € (Trend 105,16 €), ein einzelner Retail Booster ab 5 €. Der Heist Retail Starter, in dem Jackie (SD01-011) und V: Corporate Exile stecken, liegt bei mindestens 26 € (Trend 28,11 €).
Wo die Karten im Retail stecken: Jackie gibt es dort nur im Starter „The Heist“. Judy: Nothing to Doubt, Towerfall, die Judy-Legend, Alt, Placide und Pyramid Song kommen aus „Welcome to Night City“. Commons wie Three Mouths, Chrome Reverie oder Unlikely Bond findest du auch in einzelnen Boostern.
Zum Vergleich, nach derselben Methode gerechnet: „Ghost in the Shell Blue“ kostet 74,09 € (Trend 111,98 €), „Triple B – Mox Runners“ 67,12 € (100,04 €), „Ladies of the Blackwall“ 54,23 € (82,16 €). Die BBR-Liste „BBRaindance v2“ ohne Judy-Unit kommt auf 19,90 € (34,63 €). Gut ein Drittel des Mono-Blue-Preises, und der Unterschied ist die Judy-Unit plus ein dritter Towerfall, den BBRaindance v2 nicht spielt.
Hinter jedem Sternchen steht eine Regelstelle
Die Regeln hinter den Sternchen, jeweils in ein, zwei Sätzen. Klick aufs Sternchen, und du springst zurück an die Stelle im Text.
*1 Das RAM-Limit einer Farbe ist die Summe der RAM-Werte deiner Legends in dieser Farbe. Jede Blue Legend bringt 2, drei Blue Legends also 6. RAM bestimmt nur, welche Karten ins Deck dürfen, nicht, was du in einem Zug ausspielen kannst.
*2 Judys Buff zählt jedes Braindance-Program, das du spielst: auch eins aus dem Trash, mehrfach im selben Zug und auch mehrfach auf dieselbe Unit. So steht es in der offiziellen FAQ zur Karte.
*3 Eine Unit mit 1 bis 9 Power stiehlt bei einem erfolgreichen Angriff 1 Gig, mit 10 bis 19 Power 2 Gigs. Mit 0 Power stiehlt sie nichts und besiegt im Kampf nichts.
*4 Jede Legend im Legends-Bereich kann 1 €$ zahlen, verdeckt immer, aufgedeckt nur mit Sell Tag. Alle Blue Legends haben einen.
*5 Ein Min Gig ist ein Gig-Würfel, der seine 1 zeigt. Pyramid Song verlangt ausdrücklich den d4, bei den anderen Karten zählt jeder Würfel.
*6 Kostensenkungen drücken eine Karte nie unter 1 €$. Alts Rabatt wird festgelegt, wenn du Alt aktivierst, und nicht erst, wenn du das Program ausspielst.
*7 Deine Legends liegen verdeckt und gemischt, der Gegner darf abheben. Du darfst sie nicht ansehen. Beim Call wählst du eine der verdeckten Karten, weißt aber nicht, welche Legend es ist. Würfeln, um die Karte zu bestimmen, verbieten die Turnierregeln.
*8 Jackie zählt nur das erste Blue Unit, das nach seinem Aufdecken kommt. Hast du vorher im selben Zug schon ein Blue Unit gespielt, löst er in diesem Zug nicht mehr aus.
*9 Eine Unit, die angreift, wird gespent und bleibt es bis zum Start des nächsten Zuges ihres Besitzers. Im Zug dazwischen ist sie ein gültiges Angriffsziel.
*10 Neue Units haben Lag: Bis zum Ende des Zugs, in dem sie ins Spiel kommen, greifen sie nicht an und nutzen keine Spend-Effekte (11.3.1.1, 11.3.1.2, 11.3.2). Eine Ausnahme für {Quick} nennt die Lag-Regel nicht.
*11 Angriffseffekte werden vollständig abgehandelt, bevor der Gegner reagieren darf.
*12 Du callst höchstens einmal pro Zug, auch über Karteneffekte. Hast du schon gecallt, gibt dir Chrome Reverie keinen zweiten Call, und den Gratis-Call gibt es nur beim Auflösen der Karte.
*13 Bottom-decken legt die Karte unter das Deck. Angelegtes Gear geht mit, und eine Legend, die als Unit gespielt wurde, wird dabei aus dem Spiel entfernt.
*14 Street Cred ist die Summe deiner Gig-Werte. Towerfall verlangt echt weniger als beim Gegner. Bei Gleichstand bekommst du nur einen der beiden Effekte.
*15 Negative Werte zählen bei allen Vergleichen als 0. Eine Unit mit 2 Power, die −3 bekommt, zählt als 0 Power; kommen danach +2 dazu, hat sie 1.
*16 Eine Unit hat ihre eigene Power plus die Power aller angelegten Gear. Jeder Power-Vergleich rechnet mit dieser Summe.
*17 {Quick} heißt laut Regel 11.26.1: „You may also activate this effect (or play this Program) as a reaction to a rival Unit’s attack.“ Als Reaktion vorgesehen ist also nur der gegnerische Angriff, eine Reaktion auf ein Program nennt die Regel nicht.
*18 In Overtime gewinnst du in dem Moment, in dem du 7 Gigs hast, nicht erst zu Zugbeginn.
*19 Wer angreift, sucht sich aus, welche gegnerischen Gigs er nimmt.
*20 Laut Anhang B der Turnierregeln sind ab Welcome to Night City Beta und Retail alle Karten aus offiziellen Erweiterungen turnierlegal. Ausgenommen sind nur das Alpha Kit (außer den Nova-Rare-Alpha-Karten), Testdrucke und „Jackie & V – Chooms to the End“.
Die Datenlage zählt Decks im Builder, keine Siege
Jede Prozentzahl in diesem Guide ist eine Häufigkeit im Builder, keine Siegquote. Offizielle Constructed-Turniere mit Ergebnissen gibt es noch nicht.
Die Quellen widersprechen sich, weil sie verschiedene Plattformen und Stichtage zählen. Gamertag Mythras hat am 16. September 716 Decks ausgewertet: Judy auf Rang 2 mit 168 Decks und 23,5 Prozent, River Ward auf Rang 1 mit 199 Decks und 27,8 Prozent, „Mono Blue“ mit 66 Decks und 9,2 Prozent. Unser eigener Abruf bei netdeck am 14. Oktober zählt 269 Judy-Decks, davon 83 in BBR, 77 in Mono-Blue und 67 in BBG. ExBurst zeigt auf derselben Seite 382 und 298 Judy-Listen, und unter Event-Siegen steht „None tracked yet“.
Die Listenzahlen sind also Momentaufnahmen. Was ein Deck am Tisch leistet, zeigen erst die Ergebnisse der ersten Events. Laut Gamertag Mythras starten die Brawls am 6. November, das erste Showdown-Fenster läuft vom 13. November bis 6. Dezember, ein zweites folgt Anfang 2027; eine Aufteilung nach Regionen nennt die Quelle nicht. Laut offiziellem Blog sind die ersten Edgerunner Open Regionals (EOR) Chicago vom 11. bis 13. Dezember 2026 und Warschau vom 30. bis 31. Januar 2027.
Quellen: Surgical Ninja, „MONO BLUE CONTROL Is BRUTAL!“ (YouTube); „Ninja’s Mono Blue Control“ im offiziellen Builder (netdeck); DanteMM, „Ghost in the Shell Blue“ (ExBurst); ExBurst, Judy-Listen; RareTotem, BBG-Video; RareTotem, Legends-Tier-Liste; Wild Things Games (Randy Muir), BBG-Deck-Overview; Gamertag Mythras, Community-Decks; Comprehensive Rules, Turnierregeln und offizielle FAQ über netdeck; Cardmarket-Preisguide, Stand 14.10.2026; Gamertag Mythras, Brawl- und Showdown-Termine; offizieller Blog, EO-Ankündigungen.
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