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Cyberpunk TCG: Community First — ein Realitätscheck

Cyberdeck Podcast Episode 6 — Community Manager Peter Clark
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WeirdCo nennt sich die community-fokussierteste TCG-Firma der Branche. Der Cyberdeck Podcast liefert die Zitate. Der offizielle Discord liefert die Gegenprobe.


Willkommen bei Episode 6 — die Community-Folge

Episode 6 des Cyberdeck Podcast hat ein Thema, das sich für diesen Artikel kaum besser hätte eignen können: Community Building. (Die Episode ist auf YouTube als „Episode 5″ betitelt — ein Typo, der erklärt, warum sie zunächst unter dem Radar blieb. Im Intro heißt es „welcome to episode 6″.)

„This week we are joined by our new community manager Peter Clark aka Mage. Clark has been one of our moderators for quite some time over on the Discord server. So many of you may be familiar with him, but he is now officially part of the Weird Co team. And uh yeah, it’s been awesome having him work with us, doing a lot of community building. That’s going to be the main topic of the podcast this week.“

— Kawa (Cree Gunning), Head of Marketing bei WeirdCo, Cyberdeck Podcast Episode 6

Peter Clark, auf dem offiziellen Discord als Mage bekannt, hat über Monate als Moderator gearbeitet. Jetzt ist er offiziell Community Manager bei WeirdCo — eine neue personelle Verstärkung, die gezielt auf Community-Aufbau ausgerichtet ist. Kawa stellt Clark als jemanden vor, den viele aus dem Discord bereits kennen, und der jetzt den Schritt vom Moderator zum Teammitglied gemacht hat.

Pawel Burza, Senior Communication Manager bei CD Projekt Red, bringt ebenfalls Community-Management-Erfahrung mit. „I also come from a community manager background. That’s what I started in CDPR“, sagt er in derselben Episode. Und er ordnet die Personalentscheidung ein:

„It’s always really cool to have people who really really really understand the game, are passionate about it, and they come from the community. They’re not someone that you hire in order to fill in the space. […] that person, you know, lives and breathes the TCG air that we all live and breathe.“

— Pawel Burza, Cyberdeck Podcast Episode 6

Jemanden aus der Community holen, statt eine Position extern zu besetzen — das ist ein Statement. Wer so rekrutiert, verspricht: Wir kennen euch, wir sind einer von euch. Und Ep6 widmet sich unter den bisherigen Folgen am deutlichsten dem Thema Community — nicht als Nebenaspekt zwischen Gameplay-Previews und Kartenspoilern, sondern als Hauptthema der Episode.

Genau in diesem Moment lohnt ein Blick darauf, was „Community“ auf dem offiziellen Server aktuell konkret bedeutet.


„The most committed to listening“ — der Anspruch

Richard Zap, Head of Game Design bei WeirdCo, hat in Episode 5 des Cyberdeck Podcast eine Ansage gemacht, die man in der TCG-Branche selten hört:

„I believe we are the most committed to listening to the community and taking their feedback to heart and acting upon it than any other trading card game company in the industry.“

— Richard Zap, Head of Game Design bei WeirdCo, Cyberdeck Podcast Episode 5

Er glaubt, dass WeirdCo der TCG-Publisher ist, der am entschiedensten auf seine Community hört — entschiedener als jeder andere in der gesamten Branche. Kein beiläufiger Satz aus einem Nebengespräch. Zap misst sich hier an Wizards of the Coast, an Bandai, an Konami. An Firmen mit Jahrzehnten Community-Infrastruktur und eigenen Convention-Circuits.

Der offizielle Discord — knapp 65.000 Mitglieder, Stand Ende April 2026 — ist laut Zap der zentrale Kanal, um diesen Anspruch einzulösen:

„If you’re not a part of the Discord, we’re just shy of 65,000 people in there right now. Please please be a part of it. The number one way if you want to have influence on the game at this point is to be a part of the Discord. Get into the ask a dev questions, have some conversations in general. We almost always have at least somebody active in the Discord at any given moment hearing what you all think, what you all are excited by. I promise it is the single best way for us to see your feedback.“

— Richard Zap, Cyberdeck Podcast Episode 5

Zap sagt: Wer Einfluss auf das Spiel nehmen will, soll auf den Discord kommen. Das sei der beste Weg, der einzige wirklich effektive Kanal. Und dahinter stehe eine echte Struktur — regelmäßige Feedback-Summaries, interne Meetings, dedizierte Zeitblöcke im Kalender jedes Teammitglieds für Community-Interaktion. Kawa, Head of Marketing, erwähnt in derselben Episode einen internen Content-Creator-Kanal, in dem ausgewählte Creator direkt mit dem Team in Kontakt stehen. Auf X formuliert der offizielle Cyberpunk TCG Account: „Our community is a core pillar of our project […].“

Die Botschaft ist konsistent. Über Wochen, über Episoden, über Plattformen hinweg. WeirdCo positioniert sich als die TCG-Firma, die am ernsthaftesten zuhört.

In Ep5 hat Zap noch einen Gedanken formuliert, der für den Rest dieses Artikels relevant wird:

„The audience that wants to play a card game for the first time that doesn’t even have a community to talk about the game yet. It is harder for them to find a platform. It is harder for them to find a voice. So, we also have to be conscientious about that side of the audience while knowing that they’re always going to be quieter.“

— Richard Zap, Cyberdeck Podcast Episode 5

Er spricht über Spieler, die noch keine Community haben. Die noch keinen Zugang gefunden haben. Die leiser sind als die Discord-Veteranen, die täglich in General posten. Und er sagt ausdrücklich: Wir müssen auf genau die achten.


Französisch zuerst — eine offizielle Priorität

Auf dem WeirdCo-Blog steht es schwarz auf weiß: „We’re happy to reveal that our first supporting language for localization is French!“ Französisch ist die erste Sprache, in der das Cyberpunk TCG neben Englisch erscheint. In einem Reddit-AMA hat WeirdCo Portugiesisch — trotz einer großen brasilianischen Gaming-Community — explizit abgelehnt: „No plans for Portuguese localisation at this time, but if we see enough demand from the community, we will definitely consider it in the future.“

Die französischsprachige Community hat eine sichtbare Infrastruktur. MGG France, eine der größten frankophonen Gaming-Plattformen mit über 140.000 Followern, hat am Launch-Tag den TCG-Signup geteilt. In Bordeaux fand ein organisiertes Turnier statt, dokumentiert auf YouTube. Die Szene existiert, sie ist aktiv, sie hat Medienpartner und Events.

Französisch als erste Lokalisierungssprache ist ein dokumentierter Geschäftsentscheid. Ob Marktgröße, bestehende Community-Dichte oder andere Faktoren den Ausschlag gaben — von außen kann ich das nicht beurteilen, und spekulieren will ich hier nicht. Relevant für diesen Artikel ist eine andere Frage: Spiegelt sich diese offizielle Priorisierung auch in der Community-Infrastruktur auf dem Discord wider — auf dem Server, den Zap als „the single best way“ für Feedback bezeichnet?


Was auf dem offiziellen Server passiert — ein Erfahrungsbericht

HINWEIS ZUR QUELLENART

Die folgenden Beobachtungen stammen vom Autor dieses Artikels, der seit Monaten auf dem offiziellen Cyberpunk TCG Discord aktiv ist. Es handelt sich um persönliche Erfahrungen, nicht um extern verifizierte Fakten. Ich beschreibe, was ich selbst beobachtet habe, und kennzeichne es entsprechend. Wo externe Quellen existieren, verlinke ich sie — wo sie fehlen, sage ich das.

Nach meiner Beobachtung auf dem offiziellen Server werden Einladungs-Links zu externen Community-Servern grundsätzlich nicht zugelassen — egal in welcher Sprache. Was es stattdessen gibt, sind zwei Sprach-Channels direkt auf dem offiziellen Server: einen englischen und einen französischen. Wer auf Deutsch, Spanisch, Italienisch oder Polnisch eine Community sucht, findet weder einen vergleichbaren Channel auf dem Server noch einen offiziell verlinkten Partner-Server außerhalb.

Wer dennoch in seiner Sprache Anschluss sucht, hat zwei Wege: öffentlich in einem Channel fragen, ob jemand die Sprache spricht und bei einer Regelfrage hilft — oder fragen, ob jemand per Privatnachricht einen Link zu einer externen Community schickt. Externe Sprach-Communities existieren also; sie werden auf dem offiziellen Server nur nicht öffentlich verlinkt. Hilfe ad hoc, von Mitglied zu Mitglied, ohne festen Rahmen. Ein erkennbarer struktureller Pfad fehlt.

Ein polnischer Spieler, der gerade sein erstes Starter Kit ausgepackt hat und auf Polnisch eine Regelfrage stellen will, findet auf dem offiziellen Server — dem Server, den Zap als besten Feedback-Kanal positioniert — keinen Channel in seiner Sprache. Er kann auf Englisch fragen (wenn er kann), darauf hoffen, dass zufällig jemand in einem General-Channel Polnisch spricht, oder darauf, dass ihm jemand per PM einen Link zu einer externen polnischen Community zusteckt. Dasselbe gilt für Deutsche, Spanier, Italiener, Brasilianer.

Der Server hat knapp 65.000 Mitglieder. Ein relevanter Anteil davon spricht weder Englisch noch Französisch als Erstsprache — gerade bei einem Spiel, das auf der Cyberpunk-IP aufbaut, die in Osteuropa und Lateinamerika eine enorme Fanbasis hat. Für diese Spieler gibt es nach meiner Beobachtung keinen strukturierten Zugang zu einer Community in ihrer Sprache.

Wohlwollend gelesen: Moderation kostet Ressourcen. Zwei On-Server-Channels plus eine globale Policy gegen externe Verlinkungen lassen sich für ein Mod-Team einfacher führen als ein Geflecht offiziell verlinkter Partner-Server in fünf oder zehn Sprachen. Mitten in der Kickstarter-Hochphase ist das nachvollziehbar. Ob es die Policy vollständig erklärt, weiß ich nicht.

Aber hier wird Zaps Satz aus Ep5 relevant. Er beschreibt Spieler, die es schwerer haben, eine Plattform zu finden, eine Stimme zu haben — die, die leiser sind. Auf dem Server, den er als den besten Feedback-Kanal der Branche positioniert, gibt es für einen nicht-englischsprachigen, nicht-französischsprachigen Spieler keinen strukturellen Anlaufpunkt. Die Spieler, die Zap als „the quieter audience“ beschreibt, und die Spieler, die auf dem Server keinen Sprachraum finden, überlappen sich.

Das schneidet auch in die andere Richtung. Wer eine eigenständige Community aufgebaut hat — einen nationalen Server, eine Sprach-Community, einen regionalen Spieltreff-Hub — kann diese auf dem offiziellen Server nicht öffentlich sichtbar machen. Die Community wird nach innen kanalisiert, in einen Server, der strukturell auf Englisch und Französisch ausgerichtet ist.

Ob diese Struktur so gewollt ist, ob sie sich mit Clarks Arbeit als Community Manager ändern wird, ob es Pläne gibt, die ich nicht kenne — das alles kann ich nicht sagen. Der Befund ist, was er ist: eine beobachtbare Diskrepanz zwischen dem formulierten Anspruch und der sichtbaren Infrastruktur.


Content Creator gesucht — Antwort ausstehend

WeirdCo sucht Content Creator. Im Dezember 2025 twitterte Kawa, Head of Marketing: „If you’re a content creator and are interested in covering our game, pop me a DM.“ Informell, direkt, DM-basiert. Kein Formular, keine öffentlichen Kriterien, keine dokumentierten Antwortfristen.

Auf der WeirdCo-Website steht im Footer ein Link zu einer Content-Creator-Application-Seite. Wer den Link am 1. Mai 2026 anklickt, landet auf einer 404-Fehlermeldung. Die Seite unter weirdco.net/content-creator-application existiert nicht — oder nicht mehr. Ob sie umgezogen, umbenannt oder stillgelegt wurde, ist von außen nicht erkennbar.

In einer Kickstarter Case Study beschreibt WeirdCo, wie das Team im Vorfeld der Kampagne mit Content Creators gearbeitet hat: „On the front-end, we created relationships with content creators that gave us genuine feedback on our product in a timeline that we could iterate on while producing marketing content.“ Content Creator als strategische Partner in der Aufbauphase — so beschreibt es WeirdCo selbst.

Jetzt zur persönlichen Erfahrung. Volle Offenlegung: Ich betreibe cyberpunk-tcg-news.de, die Seite, auf der dieser Artikel erscheint. Mitte April 2026 habe ich mich als Content Creator bei WeirdCo beworben. Zwei bis drei Wochen später — Stand 1. Mai 2026 — habe ich keine Antwort erhalten. Keinen Zwischenbescheid, keine Absage, keine Empfangsbestätigung.

Bevor jemand das als persönliche Beschwerde liest: Zwei bis drei Wochen sind, mitten in der Kickstarter-Endphase, möglicherweise eine völlig normale Wartezeit. Das Team war unter Hochlast — Fulfillment-Planung, Community-Support, Podcast-Produktion, die Einarbeitung eines neuen Community Managers. Mein Timing war vermutlich nicht optimal.

Was den Einzelfall über meine eigene Situation hinaus relevant macht: Aus meinem Umfeld haben mir mehrere Personen unabhängig voneinander berichtet, dass ihre Content-Creator-Bewerbungen ebenfalls ohne Antwort geblieben sind. Ich nenne keine Namen — dazu bin ich nicht autorisiert. Das Muster, das mir beschrieben wurde (Bewerbung eingereicht, keine Reaktion, kein Zwischenbescheid), habe ich aber mehrfach und unabhängig bestätigt bekommen.

In Ep6 sagt Kawa über Peter Clark:

„[…] a lot of your previous experience was, you know, creator creating content, creator programs, working with influencers, doing community showcases […]“

— Kawa, Head of Marketing bei WeirdCo, Cyberdeck Podcast Episode 6

WeirdCo hat jemanden eingestellt, der Erfahrung mit Creator-Programmen mitbringt. Personell ist das eine sinnvolle Entscheidung — vielleicht genau die richtige, um die offensichtlichen Lücken im öffentlich sichtbaren Creator-Zugang zu schließen. Nur: Zum Zeitpunkt dieses Artikels ist die Bewerbungsseite kaputt, es gibt keinen dokumentierten Prozess, keine veröffentlichten Kriterien und kein sichtbares Zeitfenster für Antworten.

Ob das interne Creator-Programm funktioniert — der Kanal, den Kawa in Ep5 erwähnt — kann ich nicht beurteilen. Ich bin nicht drin. Was ich von außen sehen kann: Der Weg rein ist nicht auffindbar.


Anspruch trifft Struktur

Ich schreibe diesen Artikel nicht als Anklage und nicht als Druckmittel. Ich schreibe ihn, weil die Diskrepanz zwischen dem, was WeirdCo in seinem Podcast formuliert, und dem, was ich auf dem offiziellen Server beobachte, groß genug ist, um sie zu dokumentieren. Und weil Transparenz besser ist als Frustration, die sich leise anstaut.

WeirdCo formuliert einen Community-Anspruch, den so kein anderer TCG-Publisher stellt. Zap sagt: „the most committed to listening to the community.“ Die Einstellung eines Community Managers aus den eigenen Reihen zeigt, dass hinter dem Anspruch echte Personalentscheidungen stehen. Das ist ein guter Schritt.

Der offizielle Discord — der Kanal, den Zap als „the single best way“ positioniert — hat nach meiner Beobachtung strukturelle Lücken, die genau die Spieler betreffen, die Zap selbst als die „quieter audience“ beschreibt. Das Content-Creator-Programm hat keinen funktionierenden öffentlichen Zugang. Die Sprachpolitik auf dem Server beschränkt strukturelle Sichtbarkeit auf zwei von vielen Sprachen, die die Community spricht.

Ob das Kapazitätsgründe hat, Wachstumsschmerzen eines jungen Projekts sind oder bewusste Priorisierung — ich kann und will das von außen nicht beurteilen. Der Befund steht für sich.

Peter Clark ist jetzt Community Manager. Vielleicht ändert sich mit seiner Arbeit etwas an diesen Strukturen. Wenn es sich ändert, berichte ich darüber — genauso sachlich wie hier.

Zap hat in Ep5 einen letzten Satz gesagt, den ich stehen lassen möchte:

„We understand that the game started with Weird Co and building it. But we know very very soon our game becomes everyone’s game. And you all are part of that and it’s a journey we’re all going to ride together.“

— Richard Zap, Cyberdeck Podcast Episode 5

Everyone’s game. Alle sind eingeladen. Die Infrastruktur, die dieses Versprechen einlöst, ist noch im Aufbau.

WeirdCo und das Cyberpunk TCG Team sind eingeladen, zu den hier beschriebenen Beobachtungen Stellung zu nehmen. Sollte eine Stellungnahme eingehen, wird dieser Artikel entsprechend aktualisiert.

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