Cyberpunk TCG: Ambassador werden kostet nur Zeit
Auf Bluesky sucht WeirdCo gerade Freiwillige. Wer das Cyberpunk TCG in der eigenen Community groß machen will, soll sich das Ambassador-Programm durchlesen und bewerben, Link darunter, cyberpunktcg.com/ambassadors. Und wer da mit einem Angebot rechnet, landet erst mal in einer Hausordnung.
Sechs nummerierte Abschnitte, von „Purpose“ bis „Enforcement“, und alle stehen über dem eigentlichen Bewerbungsformular. Gleich der erste definiert, worum es geht: Ambassadors sind „volunteers who help grow and support the Cyberpunk TCG community at local game stores, conventions, and online“. Freiwillige also, im Laden, auf Conventions, im Netz. Ab da wird die Seite sehr konkret. Aber ausschließlich in eine Richtung.
Ambassadors sollen Regeln fair durchsetzen, keine Ergebnisse manipulieren, bei der Preisvergabe niemanden bevorzugen und ihren Status nicht in einen eigenen Turniervorteil ummünzen. Produktinfos: korrekt weitergeben, und nichts versprechen, was WeirdCo noch nicht angekündigt hat. Beschädigte oder gefälschte Ware wandert über offizielle Kanäle, nicht in Eigenregie. Geschäftliche oder private Verbindungen zu Spielern, die eine Turnierleitung beeinflussen könnten, gehören offengelegt. Und Vorabwissen über Releases oder Promo-Zuteilungen darf niemand zu Geld machen.
Am weitesten geht der Abschnitt zum Online-Verhalten. Den Status darf man in die Bio schreiben, für den eigenen Content haftet man selbst, und dann steht dieser Satz da: Inhalte, die nicht zu den Guidelines passen, können zur Suspendierung führen, auch wenn sie rein privat gepostet wurden. Fremde Produkte, Dienstleistungen oder eigene Spendenaufrufe bewerben? Nur mit schriftlicher Genehmigung. Leaks und NDA-Material sind tabu.
Bei Verstößen greift eine dreistufige Skala: schriftliche Verwarnung, zeitweise Suspendierung, dauerhafter Entzug. Beschweren darf sich jeder Spieler, jeder Ladenmitarbeiter, jeder andere Ambassador, per Support-Ticket im offiziellen Discord oder Mail an ambassador@weird-company.com. WeirdCo behält sich vor, den Status schon während der Prüfung ruhen zu lassen.
Was zurückkommt, steht auf der Seite nicht
Kein Wort über Vergütung. Nichts zu Promo-Zuteilungen, Rabatten, Event-Kits, Reisekosten oder einer festen Ansprechperson bei WeirdCo. Der einzige Hinweis überhaupt, dass Ambassadors Material in die Hand bekommen, steckt ausgerechnet in einem Verbot: Promo-Material, das für die Verteilung an Spieler gedacht ist, darf nicht verkauft, weiterverkauft oder privat vertauscht werden. Aus dieser Formulierung lässt sich schließen, dass es solches Material gibt. Wie viel, wie oft, nach welchem Schlüssel, bleibt offen.
In der jetzigen Form ist das Programm damit ein Ehrenamt mit Compliance-Anhang. Wer sowieso jede Woche im Laden steht und Demos fährt, bekommt mit dem Status vor allem Verantwortung dazu. Und wer eine Gegenleistung braucht, bevor er Zeit investiert, findet auf der Seite schlicht keine Grundlage für die Entscheidung.
185 Läden im DACH-Raum, eine Sammelregion Europa
Das Formular will Name, Mailadresse, Discord-Handle, Region, den primären Local Game Store und eine Begründung. Alles Pflichtfelder. Ohne Discord-Konto kommt ihr also gar nicht erst durch, und ohne Laden, den ihr als euren benennen könnt, ebenfalls nicht. Darunter zwei Häkchen, eines für die Guidelines, eines für Datenverarbeitung samt Kontaktaufnahme, beides in eine einzige Zustimmung gepackt.
Wie viele Läden im deutschsprachigen Raum überhaupt in Frage kommen, kann man ausrechnen. Der offizielle Store-Locator hängt an einer öffentlichen Schnittstelle bei Netdeck, und die liefert am 9. September 3.755 registrierte Läden weltweit. 148 davon stehen in Deutschland, 19 in Österreich, 18 in der Schweiz. Macht 185 im DACH-Raum, knapp fünf Prozent des weltweiten Netzes. Die USA allein bringen es auf 1.718 Einträge, Polen auf 90. Und sauber gepflegt ist die Liste nicht durchgehend: der Wuppertaler Laden Geldbeutelschinder taucht mit identischer Adresse gleich zweimal auf.
Dann das Regions-Dropdown. Zur Auswahl stehen USA, North America, South America, Europe, Africa, Asia und Oceania. Die USA kriegen eine eigene Option neben Nordamerika, während alles zwischen Lissabon und Warschau in einem einzigen Eintrag verschwindet. Keine Zuordnung nach Sprachraum, keine nach Distributionsgebiet, obwohl WeirdCo Europa längst über getrennte Distributoren beliefert. Bewerbungen aus Köln und aus Krakau landen im selben Topf.
Die Beta-Events starten am 10. September, und zwar in den Läden, die sich vor dem 1. Mai für das Organized-Play-Programm angemeldet hatten. Eine Bewerbungsfrist fürs Ambassador-Programm nennt WeirdCo nicht, das Formular bleibt dauerhaft offen. Rückfragen laufen über ambassador@weird-company.com oder das Support-Ticket im offiziellen Discord.
Quellen: WeirdCo Ambassador Program und Guidelines (cyberpunktcg.com, abgerufen 09.09.2026), Aufruf des offiziellen Cyberpunk-TCG-Kontos (bsky.app, September 2026), Store-Locator-Schnittstelle (api.netdeck.gg, eigene Auszaehlung 09.09.2026), Beta Event and Pre-release Primer (cyberpunktcg.com)
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