Cardmarket will rausfinden, welche neuen Kartenspiele als Nächstes auf die Plattform sollen. Wer aufs Cyberpunk TCG wartet, sollte da kurz die Ohren spitzen. Europas größter TCG-Marktplatz hat am 15. Juni eine knappe, anonyme Umfrage gestartet, in der vor allem die Verkäufer Interesse an Spielen anmelden können, die es dort noch nicht gibt.
Warum euch das jucken sollte? Cardmarket ist in Europa die Adresse für Singles. Wer hier gelistet ist, hat einen echten Sekundärmarkt: Preise in Euro, Verkäufer aus der EU, kein Zoll-Theater mit US-Importen. Und genau das fehlt einem physical-only TCG wie Cyberpunk bislang komplett, obwohl das Ding über Kickstarter als höchstfinanzierte Spiele-Kampagne aller Zeiten rund 27 Millionen Dollar eingesammelt hat.
Was Cardmarket da eigentlich fragt
Die Umfrage hält sich kurz. Cardmarket will nach eigener Aussage abklopfen, wie groß das Interesse an ein paar TCGs ist, die noch nicht auf der Plattform liegen, aktuelle wie kommende Titel. Und das Cyberpunk TCG fällt für mich glasklar in die zweite Kategorie. Release steht noch aus, die Rekord-Kampagne ist gerade frisch durch. Ein Paradebeispiel für „upcoming“, würde ich sagen.
Ob Cyberpunk schon als fertige Ankreuz-Option im Formular auftaucht, lässt sich von außen nicht sagen. In der öffentlichen Ankündigung nennt Cardmarket keine einzige konkrete Spiele-Liste, welche Titel drinstehen sieht man von draußen schlicht nicht. Deshalb spar ich mir die großen Versprechen und gebe euch lieber den nüchternen Rat: Macht die Umfrage mit, und wo immer ihr Interesse an einem Spiel hinterlegen oder eintragen könnt, schreibt da Cyberpunk TCG rein. Mehr Stimmen aus der Szene, mehr Signal Richtung Listung.
Jetzt der Dämpfer, weil ich euch nicht anlügen will. Cardmarket hat schon bei einer früheren Runde dieser Spiele-Frage klipp und klar gesagt, dass so eine Umfrage für sich allein noch kein Spiel auf die Plattform bringt. Sie ist einer von mehreren Faktoren. Die werten daneben aus, was große Verkäufer und Distributoren melden, wie sich vergleichbare Spiele real verkaufen, was der ganze Spaß intern kostet, und teils reden sie direkt mit den Publishern. Eure Stimme zählt also, aber sie ist kein Knopf, der das Spiel automatisch reinholt. Sie verschiebt die Wahrscheinlichkeit. Mehr nicht.
Und trotzdem: warum die Gelegenheit liegen lassen? Gerade weil ein Teil der Community das Cyberpunk TCG noch skeptisch beäugt (Rekordsumme hin oder her), ist so ein klares „ja, das wollen wir hier handeln können“ das beste Argument, das ihr Cardmarket liefern könnt. Nachfrage schlägt Bauchgefühl, mal ehrlich.
Was ihr jetzt tun könnt
Geht auf die Cardmarket-News-Seite, sucht die „Survey to Evaluate Future Games for Cardmarket“, und füllt sie aus. Anonym, dauert keine fünf Minuten. Wenn ihr selbst verkauft, umso besser, auf die Stimmen der Händler legt Cardmarket hörbar Wert. Und danach streut das Ding: im Discord, in euren Spielgruppen, bei den Leuten von der Karten-Lounge in Dortmund oder vom White Rabbit. Je mehr Choombas ihre Stimme abgeben, desto schwerer wird’s für Cardmarket, Cyberpunk zu übersehen.
Ich sag’s so: Ein Spiel ohne Sekundärmarkt ist in Europa nur halb angekommen. Wer seine Johnny-Silverhand-Chase irgendwann sauber in Euro kaufen und verkaufen will, statt über US-Plattformen samt Zoll, hat mit dieser Umfrage genau den richtigen Hebel in der Hand. Preem.
Quellen: Cardmarket — Survey to Evaluate Future Games for Cardmarket · Cardmarket — Results of the New Games Survey · The Official Cyberpunk Trading Card Game — Kickstarter
Said Benadjemia – online als „Kenearos“. Cyberpunk-Fan seit dem ersten Trailer 2012, Night-City-Legend-Backer der Cyberpunk-TCG-Kickstarter-Kampagne 2026. Schreibt hier auf Deutsch alles rund ums Cyberpunk Trading Card Game von WeirdCo und CD Projekt Red – Kickstarter-News, Deep Dives zu Mechanik und Lore, Charakterguides, Strategieartikel.





