Cyberpunk TCG: Maines Karte ist final, mit Go Solo
Die Karte, an der die WeirdCrew seit dem Frühjahr bastelt, ist durch. WeirdCo meldet im neuen Kickstarter-Update, dass die Community-Legend im Finaldesign steckt, und legt gleich alle drei Entscheidungen offen, die der Club getroffen hat: Maine, ein Red Legend, erzählt entlang seines Wegs in die Cyberpsychose, mit Go Solo im Kartentext.
Die Sommerabstimmung ist damit abgehakt. Go Solo kommt drauf.
Ein Datum? Fehlanzeige. Das Entwicklungsteam setze gerade die letzten Feinheiten, schreibt WeirdCo, damit die Karte „ready for set 2 reveal season“ sei. Keine Kosten, keine Power, kein Produktname, kein Zeitfenster. Bleibt die Zusage, dass sie irgendwann in der Enthüllungsphase von Set 2 auftaucht.
Was Go Solo auf der Karte anrichtet
Das Keyword steht längst auf gedruckten Karten, und der Erinnerungstext liest sich überall gleich:
Pay this Legend’s cost to play it as a ready Unit. It can attack this turn. If it leaves the field, remove it from the game.
Du zahlst die Kosten, deine Legend liegt als fertiges Unit auf dem Feld und greift noch im selben Zug an. Verlässt sie das Feld, ist sie endgültig aus dem Spiel. Legends sind im Cyberpunk TCG zugleich dein RAM-Rahmen: drei pro Deck, dazu 40 bis 50 Karten im Hauptdeck, und das RAM-Limit einer Farbe ist die Summe des RAM ihrer Legends in genau dieser Farbe. Der Rahmen bleibt trotzdem stehen. Regel 3.20.6 hält fest, dass die RAM-Limits nach der Deckkomposition gesperrt sind und eine Legend, die während des Spiels aus dem Spiel entfernt wird, daran nichts ändert. Wer eine Legend als Go-Solo-Angreifer verheizt, zahlt also mit dem Körper und mit der Fähigkeit, die er später nicht mehr aufdeckt. Nicht mit dem Bauplan.
Ich habe den offiziellen Kartenbestand einmal durchgezählt, weil die Diskussion um Maines Keyword sonst im Gefühl hängen bleibt. Von 151 registrierten Karten tragen 11 den Go-Solo-Text: acht Legends, zwei Gear-Karten und ein Program, das es verleiht. Bei den Legends verteilt sich das Keyword über alle vier Farben, aber Rot hat schon jetzt den dicksten Anteil. Drei der sieben roten Legends haben Go Solo, nämlich V: Streetkid, Royce: Psycho on the Edge und Adam Smasher: Ender of Legends. Maine wäre die Nummer vier.
Und genau das war die langweiligste Möglichkeit auf dem Wahlzettel. Die Mechanik funktioniert, keine Frage. Nur erzählt sie über Maine exakt nichts, was Adam Smasher nicht schon erzählt hätte.
Regelseitig ist das Keyword dabei besser abgesichert, als es die Debatte um Community-Karten vermuten lässt. Das Official Rules Document, Stand 1. September, führt [GO SOLO] als Effect Keyword unter 11.25, eingereiht zwischen [BLOCKER] und [QUICK], und definiert es in 11.25.1 wortgleich zum Erinnerungstext auf den Karten. Der Kartentext ist damit die Kurzform einer Regelzeile, die im Dokument steht, kein Sonderfall für Schiedsrichter. Für Maine heißt das: Was die Karte besonders macht, muss aus dem restlichen Kartentext kommen, nicht aus dem Keyword.
Spannender als das Keyword ist ohnehin der Tag. Maine selbst fehlt in der Kartendatenbank noch, seine Gang steht schon drin. Die Klassifikation heißt Maine’s Crew und taucht in den 151 Karten genau einmal auf, nämlich auf Sasha Yakovleva: Won’t Let You Down. Eine Secret-Legend, Kosten fünf, Power null, Blau, und selbstverständlich mit Go Solo.
Ein roter Maine gibt diesem einsamen Tag erstmals einen zweiten Anker, ausgerechnet in einer anderen Farbe. Für Deckbauer hat das Folgen weit jenseits der Lore. Wer beide Karten spielen will, spannt sein RAM über zwei Farben, und bei drei Legend-Slots kostet das den dritten Platz. Genau hier hätte ein Regeltext, der sich auf die eigene Crew bezieht, echte Bauarbeit geleistet.
Auch das Thema selbst hat mechanische Vorgeschichte. Cyberpsychosis liegt bereits als Karte im Set, allerdings als gelbes Program für drei Kosten, eine Quickhack-Karte, die einem ausgerüsteten Unit für diesen Zug pro angelegtem Gear plus drei Power gibt und es am Zugende besiegt, falls es damit stiehlt oder kämpft. Aufstieg und Absturz in einem Kartentext. Soll Maine denselben Bogen erzählen, liegt die Messlatte bei genau diesem Kartentext.
Für den deutschen Markt: erst Set 1, dann irgendwann Maine
Die Community-Karte liegt nicht in der Ware, mit der Set 1 in die deutschen Läden kommt. Set 1 läuft nach Plan: Pre-Release-Events dürfen alle Organized-Play-Läden am Wochenende des 30. Oktober fahren, direkt danach starten die wöchentlichen Night City Brawls, für die WeirdCo die Kits rechtzeitig in die Läden schickt. Set 2 hat in dieser Kette bisher keinen Platz, hängt aber an mehr als nur einer Karte: Die Night City District Opens, Turniere mit 64 bis 128 Spielern, starten laut Organized-Play-Struktur erst mit Set 2, und WeirdCo vergibt sie an die Läden, die Welcome to Night City am stärksten getragen haben.
Wer trotzdem vorher spielen will, findet die Gelegenheiten bereits im Kalender. Das Holocafé Düsseldorf fährt eigene Beta- und Prerelease-Events, dazu jeden Donnerstagabend Weekly Beta Brawls für 10 Euro Eintritt, Beta-Booster inklusive. Die Beta-Events der Läden zwischen dem 10. und 20. September sind dagegen gelaufen; sie waren denen vorbehalten, die sich vor dem 1. Mai für Organized Play registriert hatten.
In welchem Produkt die Karte am Ende steckt, verrät das Update weiterhin nicht. Für den Zugang hierzulande hängt trotzdem viel daran, ob Promo, Set-Bestandteil oder Backer-Exklusiv. Im Sealed-Format der Pre-Releases liegen pro Kit eine Promo-Karte, sechs Booster und ein Päckchen mit drei zufälligen zusätzlichen Legends. Wer also auf Legends aus ist, hat am 30. Oktober die erste offizielle Chance darauf.
Quellen: WeirdCrew Designs the Card: Your Card is in Final Design! (kickstarter.com, September 2026), Offizieller Kartenindex, Kartendaten per netdeck-API (netdeck.gg, Abruf 25. September 2026), Official Rules Document (netdeck.gg, Stand 1. September 2026), Organized Play Structure (cyberpunktcg.com, Abruf 25. September 2026), Beta Event and Pre-release Primer (cyberpunktcg.com), Cyberpunk TCG beta and prerelease Events (holocafe.de)
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