Kickstarter hat den Geldhahn aufgedreht. Seit dieser Woche trudeln bei Backern des Cyberpunk TCG die ersten Abbuchungs-Mails ein — und wer ein fettes Pledge gewählt hat, spürt das direkt auf dem Konto. Gleichzeitig läuft für Einzelhändler ein Countdown, der in neun Tagen endet. Hier ist, was ihr jetzt wissen müsst.
Die erste Rate ist drin
Kickstarter zieht die Pledges für das Cyberpunk Trading Card Game in drei Raten ein. Die erste Abbuchung läuft seit wenigen Tagen, zwei weitere folgen in den kommenden Wochen. Wer zum Beispiel das Netrunner Starter Kit für 349 Dollar gebackt hat, findet jetzt ungefähr 116 Dollar weniger auf dem Konto. Klingt erstmal nach nicht viel — bis man nachrechnet, was das in Euro bedeutet.
Bei aktuellem Kurs landen wir bei rund 108 Euro pro Rate, also circa 325 Euro insgesamt. Dazu kommt der Versand nach Deutschland, der erfahrungsgemäß nochmal 20 bis 40 Euro drauflegt. Und dann ist da noch der Zoll: Warenwert über 150 Euro bedeutet in der EU Einfuhrumsatzsteuer (19%) plus eventuelle Zollgebühren. Realistisch solltet ihr für ein 349-Dollar-Pledge mit 360 bis 400 Euro Gesamtkosten rechnen. Kein Schnäppchen — aber für den Inhalt auch kein schlechter Deal.
27,5 Millionen und es werden mehr
Moment mal — waren es nicht 26,9 Millionen Dollar bei Kampagnenende? Ja, schon. Aber die aktuelle Projektseite zeigt inzwischen 27.570.759 Dollar. Die Differenz? Late Pledges über den Pledge Manager. Knapp 620.000 Dollar zusätzlich, nachdem die Kampagne offiziell am 17. April geendet hat. WeirdCo sammelt also weiter ein, und dieser Betrag dürfte bis zum Fulfillment-Start noch steigen.
Meine Einschätzung: Die 28-Millionen-Marke fällt noch. Locker.
Neun Tage: Händler-Deadline am 1. Mai
Jetzt wird’s interessant für alle, die ihr Cyberpunk TCG nicht über Kickstarter, sondern im lokalen Laden kaufen wollen. WeirdCo hat ein Guaranteed Allocation Program aufgelegt — und die Deadline ist der 1. Mai 2026.
Wie funktioniert das? Einzelhändler mit Spielfläche, die sich als offizieller Organized-Play-Store registrieren und bis zum 1. Mai eine Bestellung bei ihrem autorisierten Distributor aufgeben, bekommen eine garantierte Zuteilung. Bis Ende Mai erfahren sie dann, wie viel Produkt sie exakt erhalten. WeirdCo verspricht: Wer eine vernünftige Bestellmenge aufgibt, kriegt 100% davon.
Obendrauf gibt’s einen 20% Restock-Bonus, sobald der Laden erfolgreich Organized-Play-Events veranstaltet hat. Clever — das bindet die Stores an ein aktives Community-Programm, bevor die Karten überhaupt in den Regalen liegen.
Was kostet der Spaß im Laden?
Die empfohlenen Retail-Preise (US-MSRP) für Set 1 stehen jetzt fest:
Booster Display (24 Packs à 12 Karten): 119,90 Dollar
Beta Booster Display (36 Packs mit exklusiven Iconic-Karten): 180,00 Dollar
Starter Deck: 29,99 Dollar (zwei verschiedene verfügbar)
Für den deutschen Markt rechnet mal grob mit 20-30% Aufschlag durch Importkosten, Distributor-Marge und MwSt. Ein Booster Display dürfte also irgendwo bei 130 bis 150 Euro landen, ein Starter Deck bei 32 bis 38 Euro. Genaue Euro-Preise hat Luminous Cards — der offizielle Distributor für den DACH-Raum — bisher nicht kommuniziert.
Wer liefert wohin?
WeirdCo hat ein ziemlich breites Distributor-Netzwerk auf die Beine gestellt. Für Deutschland, Österreich und die Schweiz (plus Benelux, Ungarn, Tschechien, Slowakei) ist Luminous Cards aus Gera zuständig. In Polen übernimmt Rebel, Frankreich bedient Neoludis, UK und Irland gehen an Bliss Distribution. Insgesamt sind es über 13 regionale Partner weltweit — von Australien über Südostasien bis Brasilien.
Für ein TCG im Launch-Jahr ist das ziemlich ambitioniert. Kein „erst mal USA, dann schauen wir mal“-Ansatz, sondern globaler Rollout von Tag eins. Respekt.
Realitätscheck für deutsche Backer
Checkt eure hinterlegte Zahlungsmethode. Wenn die Kreditkarte seit der Kampagne abgelaufen ist oder das Konto nicht gedeckt — Kickstarter versucht es nochmal, aber irgendwann wird das Pledge storniert. Passiert bei jeder großen Kampagne dutzendweise, und dann ist die Ware weg.
Die voraussichtliche Lieferung steht bei Oktober 2026. Express Shipping (ab 375 Dollar aufwärts) könnte schon in Q3 ankommen. Alle anderen: Q4. Für Deutschland heißt das realistisch eher November oder Dezember, wenn man die üblichen Logistik-Verzögerungen für internationale Sendungen einrechnet.
Und ehrlich gesagt — wer nicht gebackt hat und trotzdem am Launch dabei sein will, sollte jetzt seinen lokalen Spieleladen ansprechen. Ob White Rabbit in Essen oder die Karten-Lounge in Dortmund: Die Deadline für die Händler-Registrierung ist in neun Tagen. Wenn euer Laden noch nicht bestellt hat, wird’s nach dem 1. Mai deutlich schwieriger, an Ware zu kommen.
Die Eddies fließen jetzt in eine Richtung. Und die heißt Night City.
Quellen: WeirdCo Retailer-Seite, ICv2 GAMA Expo Report, Outlook Respawn, Kickstarter-Projektseite
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Said Benadjemia – online als „Kenearos“. Cyberpunk-Fan seit dem ersten Trailer 2012, Night-City-Legend-Backer der Cyberpunk-TCG-Kickstarter-Kampagne 2026. Schreibt hier auf Deutsch alles rund ums Cyberpunk Trading Card Game von WeirdCo und CD Projekt Red – Kickstarter-News, Deep Dives zu Mechanik und Lore, Charakterguides, Strategieartikel.




